Gibt es die eine Wahrheit?

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Gibt es die eine Wahrheit?

Ja, es gibt die eine Wahrheit.
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Ich weiß es nicht...
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Nein, es gibt sie nicht.
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Bender
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Bender » 19. Jul 2019, 00:52

Ich wollte nur sagen dass ich hier begeistert mitlese. Allerdings kann / mag ich zu solchen Themen generell meine Gedanken nur schwer in Schriftform bringen, da ich sie ja gerade mal so im Kopf zu fassen bekomme.
Man könnte also sagen "gut" wäre es die Fremdidentifikationen des (eigenen) Egos zu erkennen (im Sinne von Bewusstheit, Bewustwerdung) und es wieder zum Werkzeug des Selbst zu machen und nicht zu seinem Gegenspieler.
:good:
Und ab diesem Moment lebt man ein zufriedeneres und harmonisches Leben! Man ist der Betrachter seiner selbst - verbunden mit einem ganz anderen geistigen Körpergefühl...
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Herr von Böde
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Herr von Böde » 19. Jul 2019, 01:57

Ich wollte nur sagen dass ich hier begeistert mitlese. Allerdings kann / mag ich zu solchen Themen generell meine Gedanken nur schwer in Schriftform bringen, da ich sie ja gerade mal so im Kopf zu fassen bekomme.

....

Oh, das Aufschreiben (und wenn es erstmal nur für sich selbst ist) hilft enorm selbst zu vesrtehen was man eigentlich denkt.
Ist bei mir jedenfall so. Dann finden die Fäden viel schneller zueinander.
Noch besser ist es aber wenn man sich hinterfragen lässt auch das hilft sich selbst zu verstehn :)
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harekrishnaharerama
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon harekrishnaharerama » 19. Jul 2019, 09:48

Das Ego kann das und dies kommt dabei raus.
Erkennen ist jedoch noch kein "Verstehen und Umsetzen". Sicherlich kann man das an anderen kritisieren, aber letztlich nur an sich selber ändern.
Suche noch immer eine neue Wohngelegenheit, gerne Seenplatte oder Altmark.
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Herr von Böde
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Herr von Böde » 19. Jul 2019, 13:34

Sicher nicht aber das Erkennen, wenigstens das Erahnen ist die nötige Vorraussetzung zum Verstehen und Umsetzten.

Solange die Idee "nicht kommt" das die Krux in den Fixierungen des eigenen Ego im Aussen liegt, darin dass das Ego das Selbst verleugnet, wird man die Probleme und Konflikte die man in sich nicht ertragen will ins Aussen projizieren.
Man versucht zu Waschen ohne sich nass zu machen.

Diese Verleugnung wird am dutlichsten bei der Selbstbefriedigung. Das ist ehr etwas Peinliches, etwas Verschämtes.
Dagegen ist der Ausdruck "ich habe xy gefickt", "den/die werd ich ficken" nicht mehr ein Anerkenntnis der Bedürfnisse des Selbst sondern eine Demonstration der Macht des Egos, etwas Eitles.
Bedürftigkeit wird zur Macht verdreht.

In Gesellschaften wo Bedürftigkeit nicht mehr Vorrausetzung für die Erfüllung sondern eine Schwäche ist, scheint diese Verdrehung, diese Verkehrung auch ganz notwendig, man könnte ausgenutzt werden.
Nur leider kann die demonstrierte und nur scheinbare Macht des Egos niemals die wirklichen Bedürfnisse des Selbst stillen. Auch darum der Energiehunger dieser Maske.

Das zeigt sich auch in der Pornographie, da geht es gar nicht mehr um die wirklichen Bedürfnisse, man suche einen Porno wo es um das gegenseitige Spiel mit der Erregungskurve geht, wo miteinander kommunziert wird was man wie gerne hätte. Das würde zusehr an die eigenen Bedürfnisse erinnern, das würde ehr zum Fremdschämen als zur Erregung führen. Stattdessen findet man Machtdemonstrationen die der schnellen Triebabfuhr dienen.

Ändern kann man das nur wenn man es erahnt.
Dann tasächlich mit dem Partner zu kommunizieren, sich Selbst wirklich hinzugeben und zur Hingebung zu verführen, dürfte für die meisten dann noch eine ganz andere Nummer sein, natürlich.
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Bender
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Bender » 19. Jul 2019, 14:01

Genau. Und ab dem Moment, wo ich (mein Ego) keinem mehr etwas beweisen / vormachen muss, braucht man auch plötzlich keine anderen Menschen (zur Bestätigung) mehr. Und das schiebt dich auf eine neue geistige Ebene. Man nimmt sich selbst an und ist mit seinem inneren in Gleichgewicht.
Nur gilt es dieses Mojo zu erhalten ;-)
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Herr von Böde
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Herr von Böde » 19. Jul 2019, 14:22

Oh, vorsicht.
Woher kommt das Idealbild "keinen andern Menschen mehr zur Bestätigung zu brauchen" ??

Hat das Selbst solche Gedanken oder ist das ein Wunsch des Egos ?

Die Frage ist vielleicht was bestätigt wird und was die Bestätigung wirklich braucht, die Maske mit ihrem gierigem Hunger auch nach Beweisen, oder das Selbst ?

Schwerbehinderte die kein Ego ausgebildet haben verkümmern ohne Zuwendung und Bestätigung, auch für Babys gilt das. Das Selbst ist abhängig von wohltuenden, bestätigenden sozialen Kontexten. Nur weil wir die nicht so leicht finden braucht es überhaubt die Maskierung durch das Ego.
Würde ich jedenfalls denken.
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Bender » 19. Jul 2019, 15:24

Besser ausgedrückt: Es ist nicht mehr wichtig, ob ich Bestätigung bekomme oder nicht. Das Selbst an sich denkt meiner Meinung nach nicht (es betrachtet), da man im jetzt nur Wahrnehmen kann. Bewusste Gedanken drehen sich nur um die Zukunft / Vergangenheit, sind evtl. nur das Korrektiv unseres unbewussten Selbst, das ziemlich viele nicht Wahrnehmen.

Was sind soziale Kontexte? Die kann ich (in diesem Fall mein Ego) mir selber aussuchen. Wenn ich meine Gedanken ausschalte, innerlich im Geiste zurücktrete, ausschließlich betrachte, kann ich Stundenlang einen Grashalm betrachten und bin der zufriedenste Mensch der Welt. Ja, sogar in diesem Moment zu sterben wäre egal, da es einfach passt.
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Herr von Böde » 19. Jul 2019, 15:54

Ich galube da kommen wir der Sache nahe.
Ich versuche es noch besser auszudrücken:
Die Wichtigkeit der Bestätigung bleibt aber die Suche dannach endet. Das Selbst hat das Vertrauen das es sie finden wird und dieses Vertrauen wird auch nicht entteuscht.
Das Ego, das kann schon entteuscht werden.

Genau, das Selbst denkt nicht, es reflektiert nicht, es erlebt bloss auch ganz ungefiltert die eigenen Bedürfnisse.

Mit soziale Kontexte meine ich jede Form von Gemeinschaf, Familie, Nachbarschft, Freunde, Verwandte, Kollegen.
So richtig aussuchen kann man sie einiges davon nicht, es aber auch nicht in jeder Gemeinschaft passen, es reicht wohl wenn man ein paar wenige Leute hat zwei oder drei vielleicht nur, die wirkliche Vertraute sind.
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Bender » 19. Jul 2019, 16:21

Die Wichtigkeit der Bestätigung bleibt aber die Suche dannach ende
Hmm, so grob kann ich (mein Ego :m037: ) damit leben.

Mit den Vertrauten:
Ist es oft nicht nur die Einbildung dass eventuell jemand da ist, an den man sich wenden könnte?

Beispiel:
—>Ich bin alleine im Garten, fühle mich eventuell einsam.
—>Frau ist mit im Garten außerhalb des Blick und Ruffeldes - ich sehe sie den ganzen Tag nicht, da sie am anderen Ende was macht. Ich bin in der Situation genauso alleine wie im ersten Beispiel. Ich bin aber nicht einsam, da ich weiß dass sie da ist -> Ego
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Re: Gibt es die eine Wahrheit?

Beitragvon Herr von Böde » 19. Jul 2019, 17:35

...

Mit den Vertrauten:
Ist es oft nicht nur die Einbildung dass eventuell jemand da ist, an den man sich wenden könnte?

...

Ja, genau die Erkenntnis steht am Beginn der Bewustwerdung.
Solange man sich zB. Status zu erkaufen versucht bleibt das Eingekaufte eine hole Farce.
Genau die Ahnung davon die schon jeder hat treibt die "Einkaufslust", den Energiehunger der Maske, an.
Man hofft das Einsmkeitsgefühl durch noch mehr Einkauf stillen zu können.
Am Ende der Bewusstwerdung bemerkst Du das Du die genze Zeit angelächelt wirst, vom Grashalm im Garten , vom duftendem Kraut, von der süßen Kirsche, vom schimpfenden Spatz der Dich ganz und gar ernst nimmt.
Dann erkennst du das die Einsamkeit die Illusion ist.
Und natürlich findest Du dann auch zu Menschen und Menschen finden zu Dir.
Das ist der Unterschied von Selbstbewusstsein und Selbstwert zu Egoismus oder gar Narzismus.
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