Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

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Herr von Böde
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 28. Okt 2017, 10:45

Schon was älter:

https://www.nwzonline.de/wissenschaft/t ... 61612.html

VANCOUVER Ganz ähnlich wie Menschen können Affen Gefühle wie Gerechtigkeit und Trost zeigen. Das hat der Biologe Frans de Waal vom Primatenzentrum an der Emory Universität in Atlanta in Videos dokumentiert. Die Tiere protestieren, wenn unterschiedliche Belohnungen für die gleiche Aufgabe verteilt werden. Auch Mitgefühl sei weit verbreitet im Tierreich, berichtete de Waal in Vancouver zum Abschluss einer Tagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS.

Bei Affen habe er mehrfach beobachtet, dass ein Tier einem anderen nach einer verlorenen Auseinandersetzung zum Trost den Arm auf die Schulter lege, sagte der Niederländer. Der 63-Jährige forscht seit vier Jahrzehnten mit Affen um seine Theorie zu beweisen, dass ethisches Verhalten nicht nur das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung ist. Es müsse auch ein Resultat der Evolution sein, weil Konfliktlösung und gegenseitige Hilfe Wettbewerbsvorteile im Kampf ums Überleben waren.

Bei einer Videovorführung demonstrierte der Forscher und Buchautor auch, dass Elefanten sich im Spiegel erkennen. Die Aufnahmen zeigten ein asiatisches Elefantenweibchen namens Pepsi, das sein Maul vor einem Spiegel weit öffnete und interessiert ins Innere sah. Außerdem versuchte sie, mit dem Rüssel ihre Augenregion abzutasten. Das Team von de Waal hatte je ein im Spiegel sichtbares X darüber gemalt.

Der Verhaltensforscher widersprach der Auffassung, Tieren mangele es an der Fähigkeit zur Selbsterkennung, zur Empathie und einem Gefühl für Moral.

Der AAAS lädt jedes Jahr Wissenschaftler und Studenten der verschiedensten Fakultäten zu Vorträgen und Diskussionen ein. Ihre Konferenz gilt als weltgrößte interdisziplinäre Veranstaltung der Welt.
"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
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Gaius
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Gaius » 28. Okt 2017, 15:55

Ziemlich veraltete Forschung von 1967 und bescheidener Scan, aber der olle Psychonaut John Lilly erforschte ziemlich gut Delfine.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Herr von Böde
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 13. Jul 2018, 20:19

Ein von der Länge her lesbarer Text nicht nur für Hundefans sondern auch für private Bewusstseinsforscher. Um zu verdeutlichen das Bewusstsein nicht nur bei Menschen Bewusstsein ist, das Unterschiede gradueller und nicht prinzipieller Natur sind schreibe ich das hier.
Auch manch ein Hundekenner und Hundehalter mag hier und da überrasch sein.

Stellen die mir bezogen auf mein Thema wichtig erscheinen hab ich unterstrichen und hier und da eine Anmerkung eingeschoben.

Das Thema des Textes ist an sich schon interessant, ich benutze den Artikel aber um zu verdeutlichen das - sicher nicht nur - Hunde sich sehr bewusst über sich und eben auch über ihr Wirken auf Sozialpartrner (Theory of Mind -Wkip.) sind.

Hundeschule OWL - "Spielt er noch oder kämpft er schon?"
Spielt er noch oder kämpft er schon?


Heute konzentrieren wir uns vor allem auf das raue Hundespiel, das manche als „unangemessen“ oder „nicht sicher“ bezeichnen würden.
Auf dem Gebiet des tierischen Verhaltens beziehen sich die Forscher oft auf das soziale Spiel als „Spielkämpfe“, weil es viele der Verhaltensweisen bei realen Kämpfen beinhaltet. Zum Beispiel könnte während des Spiels ein Hund der Jäger sein, einen anderen Hund in das Fell beißen oder einen Kehlenbiß benutzen, um einen Partner zum Boden zu zwingen. Hunde wenden auch oft den Hüft-Check an oder rammen den anderen in die Seite. Sie beißen, stehen oder sitzen auf dem anderen Hund, bellen, knurren, zeigen ihre Zähne und legen die Unterseite ihres Kinns über den Hals des Partners.

Trotz der Überschneidungen in den Verhaltensweisen gibt es einige klare Unterschiede zwischen Spielkämpfen und echten Kämpfen. Beim Spielen hemmen die Hunde ihre Beißkraft und geben ihren Partnern freiwillig einen Wettbewerbsvorteil (Selbstbehinderung), indem sie sich beispielsweise auf dem Rücken legen oder sie verlieren sich in einem Laufspiel, ein Verhalten, das bei echten Kämpfen nie passieren würde.
Zusätzlich zur Beißhemmung und Selbstbehinderung zeigen Hunde deutliche Spielsignale wenn sie beispielsweise ihre vordere Hälfte des Körpers auf den Boden stellen und dabei die hintere Hälfte in der Luft halten und übertriebene, federnde Bewegungen verwenden.
Ebenso wiederholen Hunde bestimmte Aktionen um spielerische Absichten während des Spiels zu erneuern. Diese Aktionen erfolgen oft kurz vor oder unmittelbar nach einem besonders durchsetzungskräftigen Verhalten, wie zum Beispiel einem Biß begleitet von einem Kopfschütteln.

Dieses Muster deutet darauf hin, dass spielende Hunde Momente erkennen, wenn ihr Verhalten als ernsthafte Aggression missverstanden werden kann und sie dann ihren Partner daran erinnern: „Ich spiele immer noch.“
"Deutet daruf hin..." muss man korrekter Weise wohl so formulieren denn natürlich haben wir keine Methode um mehr als das festzustellen. Wir können nicht wirklich hinein in den Hund und erleben was er grade erlebt. Wir müssen uns aber auch klar darüber sein das wir diese Einschränkung korrekter Weise ganz genauso auch machen müssten wenn wir von zwischenmenschlicher Kommunikation reden selbst dann wenn gesprochen wird, denn wir wissen eben nicht was im Bewusstsein des Gegenübers das Sprechen der Worte auslöst, eben das wissen wir in Wirklichkeit grade nicht aber genau darum geht es.
Hunde können situationsbedingt körpersprachliche Aktionen durchführen,
die mal das eine und mal etwas ganz anderes bedeuten. Für Menschen, die mit der Vorstellung nicht vertraut sind dass einige nichtmenschliche Tiere diese Fähigkeit besitzen, kann das Spiel, das archetypisch aggressives Verhalten beinhaltet ( wie Knurren, Bellen, Beißen ) ziemlich verwirrend sein. Die Aufmerksamkeit auf den Kontext zu lenken, in dem diese Handlung passiert kann uns jedoch helfen, zwischen Spiel und realer Aggression zu unterscheiden.
Auch wenn der Spielkampf sich von echten Kämpfen unterscheidet haben Hundehalter oft das Bedürfnis aus Unsicherheit zu intervenieren. Manchmal ist es offensichtlich dass zwei Hunde spielen, aber sobald die Hunde beginnen zu Knurren oder ihre Erregung intensivieren, können die Beobachter nicht mehr sicher sein dass die Hunde nicht am Beginn eines Kampfes stehen. Schließlich vermeiden wir Menschen instinktiv einen Hund, der knurrt oder seine Zähne zeigt und es ist nur natürlich zu denken, dass unsere Hunde das gleiche tun sollten.
Wenn Hundehalter ein wirklich rüdes Spiel unterbrechen gehen sie davon aus, dass sie nicht mehr sicher spielen, d.h. Schaden anrichten. Aber was ist, wenn diese Annahme falsch ist?

Für viele (aber nicht alle) Hunde ist ein Spielkampf die primäre Methode um neue Beziehungen zu entwickeln und dauerhafte Freundschaften zu etablieren. Obwohl es im Spiel hauptsächlich um Spaß geht, bietet es auch ernsthafte Möglichkeiten, mit einem anderen Hund zu kommunizieren. In diesem Sinne ist das Spiel eine Art von Sprache. Wenn wir regelmäßig unterbinden, was wir als unangemessenes Spiel ansehen, tun wir unseren Hunden damit einen Dienst oder verwirren wir sie durch ständige einmischen in ihre privaten Gespräche? Am wichtigsten ist, wie können wir den Unterschied Spiel oder Kampf erkennen?
Das ist sicher keine wissenschaftliche Sprache, klingt populär, oberflächlich gesehen vielleicht nach "Vermenschlichung".
Das ist glaube ich etwas unglücklich geschrieben.
Man wird nicht behaupten können das sei völlig unstrittig, aber hier hat sich in den letzten 15-20 Jahren enorm etwas getan.
Zuerst müssen wir feststellen ob beide Hunde Spaß haben und weiterspielen wollen. Achtet auf die Haltungen und Mimik. Ihre Bewegungen können leicht sein, sie hüpfen übertrieben und sie können entspannte, offene Münder haben, ähnlich eines Lächelns. Achtet auf Spielsignale die oft recht subtil sein können – manchmal wird das Signal „Ich spiele immer noch“ nur angedeutet oder sehr schnell ausgeführt. Da kommen wir nicht darum herum, das müssen wir als Hundehalter lernen zu lesen.
Das ist tatsächlich wie eine Sprache lernen sicher nicht ganz so aufwendig aber wer damit nicht aufwächst, sozusagen nicht zweisprachig mit der Hundesprache aufgewachsen ist oder sie einfach übershen hat und sich das wirklich aneignen will tut sich oft schwer, man kommt nicht so leicht mit, übersieht einiges, vesteht auch wenn die "Ausage" erkannt wurde nicht den Kontext und wirklichen Sinn, muss überlegen und übersieht das Nächste.
Das ist nicht übertrieben.
Wenn ihr nicht sicher seid ob ein Hund wirklich spielen will, versucht kurz diesen Hund zurück zu halten. Wenn der Hund Körperkontakt bei euch sucht und es vermeidet den anderen Hund anzusehen zeigt er Erleichterung bei der Unterbrechung und ihr solltet das Spiel beenden. Wenn er aber versucht sich eurem Kontakt zu entziehen um mit dem anderen Hund zu interagieren, lasst es zu. Wenn er zum anderen Hund läuft oder ein Spielsignal in seine Richtung lenkt sagt er, dass er weiter spielen möchte.
Eine Interaktion wie die eben beschriebene ist einfach und leicht zu lesen. Doch was ist mit Aktionen, die vielleicht nicht so klar sind? Müssen wir alle vorgefassten Vorstellungen darüber verwerfen, wie Hunde spielen sollen und sollten? – zumindest nicht für den Augenblick. Sind traditionelle No-Go’s wie in den Hals beißen, am anderen Hund zerren oder umlaufen , das wiederholte drangsalieren von einem Hund jetzt immer in Ordnung?
Es hängt alles von den einzelnen Hunden und ihre Art der Beziehung, die sie miteinander haben, ab.

Viele Hundebeziehungen zeigen dass das Spiel nicht unbedingt fair oder ausgewogen sein muss damit zwei Hunde miteinander spielen wollen. Vor Jahren schlugen Wissenschaftler eine 50/50-Regel vor: Zwei Individuen, die sich im Spiel befinden, müssen sie sich abwechselnd in der durchsetzungsfähigeren Rolle befinden. Die Wissenschaftler dachten dass, wenn ein Individuum zu rau oder kraftvoll war würde der andere Hund nicht spielen wollen. Diese Aussage ist allerdings nie empirisch getestet worden.
Wir glauben dass die 50/50 Regel einfach nicht zutrifft.
Genau solche irrsinnigen Annahmen sind Vermenschlichungen, auf den Hund der sicher keine Begriffe von 50/50 oder Fairness hat menschliche Ideologie zu übertragen.
Ein geistig behindertes oder einfach ein noch recht naives Kind kann sehr viel echten und ungetrübten Spaß an einem Spiel haben bei dem es in Wirklichkeit bösartig herabgewürdigt und blossgerstellt wird. Es bergreifft einfach die Blosstellung nicht, der/ die Blossteller hingegen schon, das ist grade ihr narzistischer Spaß. Was man beim Menschen moralisch bewerten kann sollte man sich beim Hund dringend sparen!!! Wollen beide das Spiel spielen lassen wir unseren ideologisch anmassenden Blick einfach mal aus ;)
Hunde müssen sich nicht abwechselnd durchsetzen, damit das Spiel stattfinden kann. Allerdings bedeutet dies nicht , dass Hunde nie ihre Rolle während des Spiels ändern, es bedeutet nur, dass Rollenumkehrungen in der Regel nicht gleichmäßig ausgeglichen sind.
Überraschenderweise werden auch die Hunde, die beim Spiel etwas durchsetzungsfähiger sind, gerne von anderen zum spielen aufgefordert.
Manche Hundehalter unterbrechen diese Interaktionen weil sie befürchten, dass das raue Spiel eskaliert und in einem echten Kampf endet. Beim Spielkampf zwischen zwei Hunden mit etablierten Beziehungen haben wir nie eine einzige Eskalation zu einem echten Kämpfen erlebt. Der ungarische Ethologe Vilmos Csányi schreibt: „In einigen ungarischen Tierrettungsorganisationen koexistieren mehr als hundert Hunde … friedlich nebeneinander.“

Einige Hundehalter haben die Vorstellung, dass raues Spiel immer die Vorbereitung für echte Kämpfe ist.
Wissenschaftler haben ursprünglich vermutet, dass Tiere nur Kampf spielen um ihre unmittelbaren Kampffähigkeiten zu verbessern, aber die jüngsten Forschungen deuten in eine andere Richtung. Obwohl wir immer noch nicht ganz verstehen warum Tiere soziale Spiele spielen, deutet die Forschung darauf hin dass Tiere spielen um soziale Bindungen zu bilden, die kognitive Entwicklung zu verbessern, zu üben oder Fähigkeiten für unerwartete Situationen zu erlangen. Alle diese Vorteile, wenn vorhanden, sind wichtig für unsere Hunde.
Meiner Meinung nach geht es kein Stück weniger um das Trainig der Kommunikationsfähigkeit und des empathischen Vermögens, den anderen nämlich zu verstehen, wie um das körperlich und "taktische" Training. Das aber nur absolut sekundär, primär geht es einzig um den Spaß den sowohl Kommunikation und das Miteinander in körperlicher Expression in die Welt, das gemeinsame in der Welt sein , bringt.
In letzter Zeit gab es eine Menge Aufmerksamkeit um die Frage: Wie spielen Hunde sicher miteinander?
Wir empfehlen eine sorgfältige Überwachung des Spiels zwischen Hunden, die sich in der Größe oder im Alter unterscheiden oder die sich nicht gut kennen. Aber Hunde können sehr gut herausfinden, mit welchen Partnern sie spielen möchten und wie sie gut spielen.

Schnecke, ein weiblicher Schäferhund und Oskar, ein männlicher Golden Retriever Mix, sind seit vielen Jahren beste Freunde. Wenn sie spielen knurren sie viel, die Lippen kräuseln sich und die Zähne werden gezeigt. Das Verhalten sieht heftig aus, aber immer gehen dem Verhalten bekannte soziale Verhaltensweisen voran, wie z.B. sich auf dem Boden liegend gegenseitig das Gesicht abzulecken. Auch wenn etwas in der Umgebung plötzlich ihr wildes Spiel unterbrach, schalteten die Gesichter der Hunde sofort in neutrale, aufmerksame Ausdrücke um, während sie sich auf das konzentrierten, was ihre Aufmerksamkeit erregte. Wenn die Ablenkung keine weitere Aufmerksamkeit Wert war verfielen sie wieder in ihr beängstigendes Spiel und setzten ihre Masken erneut auf. Ihre Ausdrücke und Gesten wurden sofort wieder übertrieben und offensichtlich falsch.

Einige Hunde können sogar trainiert werden, um einen Knurren auf Befehl in einem Kontext zu zeigen, der ansonsten perfekt freundlich ist. Beobachtungen zeigen, dass Hunde bösartige Gesichter freiwillig zeigen können, genauso wie wir, wenn wir nur vorgeben, gemein zu sein.
Im nichtspielerischen Kontext, wenn es um zielgerichtetes Verhalten geht wissen viele Hund sehr genau was ein Pokerface ist. :)
Knurren ist ein scheinbar aggressives Verhalten, das etwas anderes während des Spiels bedeutet als es in anderen Zusammenhängen tut. Von Forschern wurde Knurren in drei verschiedenen Kontexten aufgezeichnet, einschließlich dem Spiel. Dieses Knurren hat völlig unterschiedliche akustische Eigenschaften als das Knurren, das als Drohung gegeben wird. Als die Forscher die Aufzeichnung des Knurrens anderen Hunden vorspielten konnten diese unterscheiden, in welchen agonistischen (d.h. widersprüchlichen) Kontexten diese gegeben wurden. Wenn Hunde Knurren in der Abwesenheit von klaren kontextuellen Hinweisen (wie ein anderer Hund spielt mit mir) unterscheiden können, wissen sie sicherlich auch wie ein Spielpartnerknurren einzuordnen ist.

Wichtige Anmerkungen
Erstens: Wenn wir über das spielen oder den Spielkampf sprechen meinen wir das Spiel zwischen zwei Hunden, nicht in der Gruppe und nicht unter Ablenkung von anderen Hunden.
Zweitens: Achtet beim spielen zwischen zwei Hunden darauf das niemals Futter oder ein Spielzeug Objekt der Begierde werden kann und damit keine Ressourcenverteidigung das Spiel beeinflusst, daraus kann dann wirklich schnell ein Kampf werden.
Mit dem Futter kann man das vielleicht so kategorisch sagen mit dem Spielzeug sicher nicht. Bekannte gut sozialisierte Hunde können damit eigentlich gut umgehen. Beobachten und abwägen.
Drittens: Vorsicht mit jungen, unerfahrenen Welpen. Wenn dieser früh von anderen Hunden traumatisiert wurde (z. B. in einer schlecht laufenden Welpengruppe), kann ein Welpe schnell zu einem Hund der ängstlich, defensiv oder sogar aggressiv ist heranwachsen.
Viertens: Raues Spiel funktioniert am besten zwischen zwei Hunden, die Freunde sind.
Hunde die oft zusammen spielen entwickeln Rituale, wie z.B. ein eigentlich völlig untypisches Verhalten in einer bestimmten 1:1 Situation zu zeigen. Diese Rituale können aber nur vom befreundeten Spielpartner zuverlässig gedeutet werden, nicht von einem fremden Hund.
Den Begriff "Rituale" zu verwenden ist sicher nicht übertrieben, genau solche Gewohnheiten in sozialen Gruppen sind sicher auch beim Menschen die Wurzel von dem was wir Kultur nennen.
Auch wird daran nochmal deutlich das es sicher hier nicht um irgendwie genetisch fixierten und reflexhaften Instinkt handeln kann. Es besteht ein Wissen, Bewusstsein um eine kontextbezogene Bedeutung zB. einer Geste, das ist basale Symbolik.



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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 6. Aug 2018, 03:32

Schöne Doku über sich ganz unterschiedliche ausprägende "Kulturen" und Traditionen bei seit Genarationen verwilderten Stadthundrudeln.

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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 31. Aug 2018, 13:07

GrWi - Putzerfische mit Selbstwahrnehmung: Bestehen auch Fische den Spiegel-Test?
Osaka (Japan) – Der Spiegel-Test gilt als klassischer Test zur Selbstwahrnehmung und zum Ich-Bewusstsein. Nachdem dem Testobjekt ein Punkt im Gesicht platziert wurde, wird dieses mit ihrem Spiegelbild konfrontiert. Während Menschen ab etwa 18 Monaten damit beginnen, das Merkmal als Fremdkörper zu erkennen, bestehen selbst viele als intelligent geltende Tiere – etwa Hunde, Katzen und Schweine – diesen Test nicht. Kraken hingegen, einige Vogelarten (Krähen, Tauben oder Keas), sowie unter den Säugetieren etwa Großprimaten, Elefanten und einige Walarten bestehen den Test zum Ich-Bewusstsein. In Experimenten zeigen Forscher nun erstmals anhand von Putzerfischen, dass auch Fische den Spiegel-Test bestehen können.

Wie das internationale Team Masanori Kohda von der Osaka City University aktuell vorab via „bioRxiv“ (DOI: 10.1101/397067) berichten, haben Exemplare gewöhnlicher Putzerlippenfische (Labroides dimidiatus) in Experimenten den Spiegel-Test bestanden. Anhand der Beobachtungen schlussfolgern die Forscher, dass einige Teile des Gehirns der gerade einmal fingergroßen Fische dazu in der Lage sind, sich selbst und damit die eigene Existenz als solche wahrzunehmen.
(...)
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 24. Okt 2018, 17:42

GreWi - Krähen stellen Werkzeuge aus mehreren Komponenten her
Seewiesen (Deutschland) – Krähen sind für ihre Intelligenz und Fähigkeit bekannt, Werkzeuge nicht nur zu nutzen, sondern diese auch selbst herzustellen. In neuen Experimenten haben Vogelkundler nun beobachtet, dass die intelligenten Vögel Werkzeuge sogar aus mehreren Komponenten zusammenstellen können. Das Verbinden mehrerer einzelner Komponenten zu einem neuen, funktionsfähigen Werkzeug wurde bisher nur bei Menschen und Affen beobachtet.


Wie das internationale Team von Wissenschaftlern um Auguste von Bayern vom Max-Planck-Institut für Ornithologie und Alex Kacelnik von der University of Oxford aktuell im Fachjournal „Scientific Reports“ (DOI: nature.com -Compound tool construction by New Caledonian crows ) berichtet, haben herausgefunden, dass Geradschnabelkrähen (Corvus moneduloides) mehrere, für sich alleine zu kurze Elemente kombinieren, um an einen Leckerbissen heran zu kommen. Derartige Fähigkeiten wurden bislang nur bei Menschen und Menschenaffen beobachtet. „Die Krähen können also neuartige Probleme schnell und flexibel lösen“, schlussfolgern die Forscher. Welche Vorgänge dabei im Gehirn ablaufen, sei jedoch noch unklar.

Anthropologen sehen in der Entstehung dieser Fähigkeit bei unseren Vorfahren einen wichtigen evolutionären Schritt des menschlichen Gehirns. „Auch in der menschlichen Indiviualentwicklung treten ähnliche Fähigkeiten erst spät auf“, berichten die Autoren der Studie. „Babys beginnen ungefähr im Alter von 18 Monaten, Werkzeuge zu benutzen. Jedoch fangen sie erst im Alter von ca. fünf Jahren an, neue Werkzeuge zu erfinden, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Das Gehirn muss sich die neuen Objekte dafür vermutlich zunächst in Gedanken vorstellen und dann die Ausführung planen. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Verbundwerkzeuge erst spät in der kulturellen Entwicklung des Menschen aufgetaucht sind und möglicherweise mit der Entwicklung von komplexem Bewusstsein und Sprache einhergehen.“

(...)
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 26. Nov 2018, 12:37

GreWi - Nicht (nur) menschlich: Auch Schimpansen besitzen soziale Kulturen

Leipzig (Deutschland) – Soziale Kulturen galten bislang als eine dem Menschen einzigartige Fähigkeit. Eine aktuelle Studie über das Sozialverhalten von getrenntlebenden Gruppen von Schimpansen zeigt nun jedoch Unterschiede in eben diesem Sozialverhalten, wie sie über die Zeit hinweg stabil sind. Diese Unterschiede könnten das Ergebnis von kulturellem Lernen sein.


Wie eine internationale Forschungsgruppe um Prof. Dr. Daniel Haun vom Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung (LFE) an der Universität Leipzig aktuell im Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America” (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1722614115)“ berichtet, haben sie über drei Jahre hinweg vier Gruppen von Schimpansen in der Chimfunshi Wildlife Orphanage in Sambia erforscht und während dieser Zeit verschiedene Aspekte ihres Sozialverhaltens untersucht – zum Beispiel, wie viele Individuen in temporären Kleingruppen zusammenleben, wie räumlich nah Individuen sich gegenseitig durchschnittlich sind und wie häufig sie gegenseitige Fellpflege betreiben.

„Die Gruppen zeigten die größten Unterschiede in der Anzahl an Individuen, mit denen sie Zeit verbringen, auch bekannt als die Subgruppengröße“, erläutert die Pressemitteilung der Leipziger Universität und führt dazu weiter aus: „Zwei der Gruppen formten signifikant größere Subgruppen als die anderen beiden Gruppen. Die geselligste Gruppe zeigte sich auch in den anderen Aspekten sozialer. Die Schimpansen in diesen Gruppen waren durchschnittlich räumlich näher beieinander und betrieben viel häufiger gegenseitige Fellpflege als die anderen Gruppen.“

Die Bedingungen in diesem Schimpansenschutzgebiet boten den Forschern die einzigartige Möglichkeit, kulturelle Unterschiede bei Schimpansen zu untersuchen. Während in früheren Studien meist Gruppen wilder Schimpansen miteinander verglichen wurden, die in unterschiedlichen Umgebungen leben und große genetische Unterschiede aufweisen, konnten die Forscher in Chimfunshi den Einfluss dieser Faktoren auf die beobachteten Verhaltensunterschiede zwischen Gruppen nicht ausschließen. Da die Schimpansen in Chimfunshi alle in derselben Umgebung leben und es keine systematischen genetischen Unterschiede zwischen ihnen gibt, haben Forscher so die Möglichkeit zu untersuchen, inwiefern andere Prozesse, wie soziales Lernen, Unterschiede zwischen Schimpansengruppen erklären können.

“Obwohl wir die Ursprünge dieser Unterschiede in dieser Studie nicht direkt untersucht haben, wissen wir, dass Schimpansen sozial voneinander lernen können und, dass Primaten ihr Sozialverhalten an ihren Kontext anpassen können“, erläutert Haun und führt weiter aus: „Die Individuen in den jeweiligen Gruppen haben möglicherweise Interaktionsmuster anderer Schimpansen beobachtet, wie die allgemeine Nähe und die Häufigkeit von Fellpflege und sie sozial gelernt.“

“Wir konnten über die Jahre eine große Variabilität im Verhalten der Schimpansen in Chimfunshi beobachten. Diese aktuelle Studie zeigt einen Teil des Ausmaßes und der Stabilität der Unterschiede in der allgemeinen Geselligkeit und bietet uns eine Grundlage, um zu verstehen, wie diese Unterschiede andere Verhaltensweisen wie Kooperation und Prosozialität beeinflussen könnten“, so Haun abschließend.
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 6. Mär 2019, 04:40

GreWi - Forscher entdecken neue Schimpansen-Kultur

Leipzig (Deutschland) – Beim Studium von Schimpansen in der Region Bili-Uéré im Kongo haben Verhaltensforscher im Rahmen einer Langzeitstudie ein neues Verhaltensrepertoire der dortigen östlichen Schimpansen beobachtet und beschrieben.

Wie die Forscher um Thurston C. Hicks vom Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie gemeinsam mit Kollegen der Universität Warschau aktuell im Fachjournal „Folia Primatologica“ (DOI: 10.1159/000492998) berichten, gibt es unterschiedliche Kulturen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Schimpansen, einem unserer beiden nächsten lebenden Verwandten: „Schimpansen haben eine ausgefeiltere und diversifiziertere materielle Kultur als jeder andere nichtmenschliche Primat. Ihr Verhalten variiert im tropischen Afrika in einer Art und Weise, die sich nicht immer durch die Beschaffenheit ihres Lebensraums erklären lässt.“

„Diese Verhaltensvielfalt besser zu verstehen, könnte auch bei der Erforschung unserer frühesten homininen Vorfahren und der Entstehung ihrer Traditionen von entscheidender Bedeutung sein“ erläutert die Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts.

Schon zuvor konnten Verhaltensforscher bereits mehrere bei Schimpansen weitverbreitete Verhaltensmuster dokumentieren, darunter die Verwendung von Knüppeln in Zentralafrika, um Bienenstöcke zu öffnen, und langen Hilfsmitteln in Westafrika, um an verschiedenen Standorten nach Algen zu fischen.

Hintergrund: Der grenzwissenschaftliche Bezug
Während der Inhalt dieser Meldung zunächst rein biologischer bzw. verhaltenswissenschaftlicher erscheinen mag, ergibt sich ein direkter Bezug auch aus anomalistisch-grenzwissenschaftlicher Betrachtung, wenn man Zeugenberichten Glauben schenkt, die das Verhalten der angeblich in den Wäldern Nordamerikas, Russlands und Asiens lebenden, aufrechtgehenden und menschenähnlichen Großprimaten beschreiben, die als Bigfoot, Sasquatch, Almas, Yeti, Yeren und vielen weiteren Namen und Bezeichnungen bekannt sind. Auch diese sollen hier und da dabei beobachtet worden sein, primitive Werkzeuge benutzt und einfache Behausungen und Nester angelegt haben, sich durch das schlagen von Stöcken gegen Bäume und Steinewerfen bemerkbar machen, und sogar über eine – wenn auch primitive Form – der Lautkommunikation verfügen. Nicht zuletzt aus diesem Grund könnte also auch die hier vorgestellte Studie zu einem besseren Verständnis derartiger Sichtungsfälle führen. Derzeit stehen die Ergebnisse einer eDNA-Analyse von Materialproben aus möglichen Sasquatch-Nestern noch aus (…GreWi berichtete).

In seinem aktuellen Fachartikel beschreibt das Forscherteam um Hicks nun detailliert ein neues Verhaltensrepertoire östlicher Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii) in der Region Bili-Uéré, wie es über ein mind. 50.000 Quadratkilometer großes Gebiet verbreitet ist.

“Über einen Zeitraum von zwölf Jahren haben wir Schimpansenwerkzeuge und -gegenstände in 20 Studiengebieten dokumentiert und Daten über Kot, Fütterungsreste und Schlafnester der Tiere gesammelt”, erläutert Hicks und führt dazu weiter aus: “Wir beschreiben ein neues Schimpansen-Werkzeugset: Lange Stöcke zum Sammeln von epigäischen Treiberameisen (Dorylus sp.), kurze Stöcke zum Sammeln von Stechameisen (Ponerinae) und zum Sammeln von Honig aus den Baumnestern stachelloser Bienen, dünne kurze Stöcke zur Extraktion von Ameisen der Art Dorylus kohli und stabile Stöcke, die die Tiere verwenden, um die unterirdischen Nester stachelloser Bienen zu erreichen.”

Hinzu dokumentieren die Forscher eine im Vergleich zu anderen Schimpansenpopulationen erweiterte Schlagtechnik, die mit der Nahrungsverarbeitung zusammenhängt: „Die Bili-Uéré-Schimpansen schlagen nicht nur hartschalige Früchte gegen Substrate (wie andere Schimpansenpopulationen auch), sondern sie öffnen mit Hilfe von Schlägen auch die Termitenhügel der beiden Arten Cubitermes sp. und Thoracotermes macrothorax, eine Nahrungsquelle, die Schimpansen in den meisten anderen Regionen Afrikas ignorieren. Östliche Schimpansen scheinen hingegen nicht auf die Termiten der Art Macrotermes muelleri zuzugreifen, nach denen Schimpansen einer Reihe anderer Langzeitforschungsstätten üblicherweise fischen.“

Die Wissenschaftler sehen zudem erste Belege dafür, dass östliche Schimpansen afrikanische Riesenschnecken und Schildkröten gegen Substrate schlagen. Beide waren als Nahrungsquellen für Schimpansen bisher nicht bekannt. „Außerdem ist es in dieser Region auch üblich, dass Schimpansen ihre Nester auf dem Boden bauen”, fügt Hicks hinzu.

Zum Thema

Obwohl sich die Verhaltensweisen der Schimpansengruppen auf beiden Seiten des Uele-Flusses und über zwei sehr unterschiedliche Typen von Lebensräumen (Mosaik Lebensraumtypen (Mosaik aus Savanne und tropischem Regenwald im Norden und tropischer Feuchtwald im Süden) hinweg stark ähneln, stießen die Forscher auch auf geografische Unterschiede im Verhalten der Tiere und fanden unterschiedlich häufig Werkzeuge zum Fischen nach epigäischen Treiberameisen, im Süden fanden sie keine Werkzeuge zum Graben nach Honig. Lange Stöcke zum Fischen nach Treiberameisen und Stätten, wo Früchte aufgeschlagen wurden, kamen ausschließlich nördlich des Uele-Flusses vor.

“Heutzutage scheint es uns, als hätten wir schon alles entdeckt, was es zu entdecken gibt. Was für eine schöne Überraschung, nun eine neue Schimpansenpopulation mit ihrem interessanten Verhaltensrepertoire beschreiben zu können! Das zeigt uns, dass noch längst nicht alles dokumentiert ist und wir noch sehr viel mehr über unsere natürliche Umwelt lernen können”, sagt Ko-Autor Hjalmar Kühl, ein Ökologe am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und am Forschungszentrum iDiv.

“In der überentwickelten Welt von heute gibt es nur noch verschwindend wenige Möglichkeiten, eine große intakte Menschenaffenkultur zu erforschen, die sich über Zehntausende von Waldkilometern erstreckt”, sagt Hicks. “Wir brauchen solche natürlichen Laboratorien, um zu verstehen, wie sich eine materielle Kultur unter gesunden, gedeihenden Hominiden-Populationen verbreitet. Ansonsten wird es uns schwerfallen, die Innovationen unserer eigenen Vorfahren in den Waldgebieten Afrikas vor Millionen von Jahren besser zu verstehen.”
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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 9. Mär 2019, 02:06

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Re: Bewusstssein, Kultur und Theory of Mind bei Tieren

Beitragvon Herr von Böde » 5. Jun 2019, 16:12

GreWi - Studie zeigt: Bienen können Symbole mit Zahlen verknüpfen
Melbourne (Australien) – Nachdem in früheren Untersuchungen bereits gezeigt werden konnte, dass Bienen das Konzept des Wertes Null verstehen und grundlegende Berechnungen durchführen können (…GreWi berichtete), belegen australische Wissenschaftler nun, dass die winzigen Gehirne der emsigen Insekten sogar in der Lage sind, Symbole mit Zahlen zu verbinden.

Wie die Forscher um Dr. Scarlett Howard und Professor Adrian Dyer von der RMIT University aktuell im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“ (https://royalsocietypublishing.org/doi/ ... .2019.0238 berichten, haben sie Honigbienen so trainiert, dass sie ein Symbol einer bestimmten Menge zuordnen können. Die Bienen haben während dieses Vorgangs herausgefunden, dass ein Symbol eine numerische Menge darstellt.

„Diese Erkenntnis wirft ein neues Licht auf die Entwicklung numerischer Fähigkeiten im Laufe von Jahrtausenden und eröffnet sogar neue Möglichkeiten für die Kommunikation zwischen Menschen und anderen Arten“, so FFF. „Zudem weist das Studienergebnis auch auf neue Ansätze für bioinspiriertes Computing hin, die den hocheffizienten Ansatz des Gehirns nachbilden können.“

Während Menschen die einzige Spezies sind, die Systeme zur Darstellung von Zahlen entwickelt haben – wie nicht zuletzt die arabischen Ziffern, die wir jeden Tag verwenden – zeigt die Forschung, dass das grundlegende Konzept auch von einem Gehirn erfasst werden kann, das sehr viel kleiner ist als das menschliche Gehirn.

“Wir halten es für selbstverständlich, wenn wir als Kinder die Zahlen gelernt haben, aber zu erkennen, was “4” bedeutet, erfordert ein hohes Maß an kognitiven Fähigkeiten”, so Dyer und führt dazu weiter aus: “Studien haben gezeigt, dass Primaten und Vögel auch lernen können, Symbole mit Zahlen zu verknüpfen, aber dies ist das erste Mal, dass wir dies bei Insekten beobachten.“

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