Medien und Propaganda

Moderatoren: Zebra, Corto, syzygy

Benutzeravatar
Herr von Böde
Beiträge: 1497
Registriert: 18. Apr 2016, 00:33
Wohnort: Planet Earth (meist)

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von Herr von Böde » 11. Mär 2019, 06:40

"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
Benutzeravatar
Herr von Böde
Beiträge: 1497
Registriert: 18. Apr 2016, 00:33
Wohnort: Planet Earth (meist)

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von Herr von Böde » 14. Mär 2019, 23:32

"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
Benutzeravatar
Herr von Böde
Beiträge: 1497
Registriert: 18. Apr 2016, 00:33
Wohnort: Planet Earth (meist)

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von Herr von Böde » 9. Aug 2019, 15:26



Objektivität, Sachlichkeit und Unparteilichkeit der Massenmedien am Beispiel der ARD
Medienwissenschaftler und Medienanalytiker Wilhelm Domke-Schulz beschäftigt sich in seinem Vortrag

Objektivität, Sachlichkeit und Unparteilichkeit in der massenmedialen Berichterstattung

mit der Frage, ob die Massenmedien in Deutschland ihrer Rolle als 4. Säule der Demokratie gerecht werden. Am Beispiel der ARD-Berichterstattung

Auslöser der Untersuchung war die massive Kritik des ARD-Programmbeirates am Wesen der Ukraine- und Russlandberichterstattung im Jahre 2014.

Im Ergebnis kommt Domke-Schulz zu der Feststellung, dass die, in der deutschen Fernsehgeschichte einmalige und im Grunde schockierende Kritik, absolut berechtigt ist, allerdings nicht nur die Russland- sondern die gesamte politische Berichterstattung im ÖRR betrifft. Aber skandalöserweise bis heute völlig folgenlos blieb.

Das bedeutet, dass die gegenwärtigen Sendeanstalten des ÖRR in ihrer politischen Berichterstattung weder ihrem Sende-Auftrag noch ihrer Rolle als 4. Säule der Demokratie gerecht werden. Mit weitreichenden, negativen Auswirkung auf unser Modell der parlamentarischen Demokratie.

Möglich ist das alles nur, weil die Rundfunkstaatsverträge keinerlei Sanktionsmöglichkeiten vorsehen, für den Fall dass Sendeanstalten des ÖRR massiv ihrem Sendeauftrag zuwiderhandeln. Das fehlen solcher Klauseln ist möglicherweise sogar verfassungswidrig.

Domke-Schulz verweist in diesem Zusammenhang auf eine Initiative von aufstehen-Leipzig, die einen offenen Brief am Ministerpräsident Kretschmer gerichtet hat, seiner Pflicht nachzukommen und für eine entsprechend verfassungsgemäße Änderung der Rundfunkstaatsverträge zu sorgen.

Wer sich dem offenen Brief anschließen möchte, kann das hier tun:
https://www.aufstehen.pro/aktionen.ph...

Fazit: Kommt es zu keiner demokratischen, verfassungsgemäßen Reform des ÖRR sowie der Rundfunkstaatsverträge und wird ganz im Gegenteil sogar der im Entwurf vorliegende neue Medienstaatsvertrag von den zuständigen Ministerpräsidenten durch gewunken, in dem nun auch das Internet - speziell die Alternativmedien - unter Kontrolle gestellt werden soll:

https://www.rlp.de/fileadmin/rlp-stk/...

steuert unsere parlamentarische Demokratie immer weiter in Richtung einer verfassungswidrigen „Meinungs- oder Gesinnungsdiktatur".
Diesem Prozess sollte sich die kritische Öffentlichkeit energischer, lauter und geeinter in den Weg stellen, bevor es zu spät ist.
"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
Benutzeravatar
syzygy
Beiträge: 2308
Registriert: 18. Jan 2014, 21:20

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von syzygy » 15. Sep 2019, 21:18

Propaganda - Wie man Lügen verkauft | Doku | ARTE
Alles Lüge? Übernimmt im postfaktischen Zeitalter die Propaganda die Deutungshoheit? Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Larry Weinstein unternimmt eine Reise in die Kunst zu täuschen und damit Meinungen zu lenken. Und er macht dabei eine beunruhigende Entdeckung: Propaganda und Manipulation lassen sich schon in den ersten Höhlenmalereien nachweisen.

Verschwörungstheorien und Populismus sind heute allgegenwärtig. Nie zuvor gab es derart massive und gezielt geplante Versuche, Weltanschauungen zu manipulieren oder die Massen davon zu überzeugen, dass ihre soziale Existenz und ihre Werte bedroht sind. Stimmt das? Tatsächlich ist Manipulation seit Jahrtausenden fester Bestandteil des politischen Lebens. Lügen und Halbwahrheiten werden seit Menschengedenken von den Mächtigen und ihren Herausforderern eingesetzt, um die Masse zu beeinflussen. „Propaganda - Wie man Lügen verkauft“ untersucht die Methoden der Manipulation. Die Dokumentation lenkt die Aufmerksamkeit dabei zunächst auf die Verführungskraft der Kunst: Höhlenmalereien urzeitlicher Schamanen, die religiöse Kunst der Reformation und katholischen Gegenreformation, Street-Art eines Shepard Fairey, dem bekennenden Propagandisten und Erfinder des Obama-Wahlplakates mit der Botschaft „Hope“, und Sabo, ein überzeugter Trump-Fan, der mit seinen Provokationen das demokratische Establishment bekämpft.
Politische Künstler wie Ai Weiwei oder Jim Fitzpatrick, Schöpfer des ikonenhaften 68er Plakats von Che Guevara, erklären ihr Verhältnis zu Kunst und Propaganda. Dann weitet sich der Blick Richtung Architektur, Literatur, Musik, Film und neue Medien und zeigt, wie Faschisten, Diktatoren und Terroristen mit diesen Mitteln operieren. Die erfolgreichsten Propagandisten verwenden stets die jeweils neuesten Erzähltechniken. Und wenn dann Emotionen den Verstand ausschalten und die Lüge zur Wahrheit wird, dann feiert Propaganda ihren größten Triumph.
"Um die Welt in einem Sandkorn zu sehn und den Himmel in einer wilden Blume, halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit."
Benutzeravatar
syzygy
Beiträge: 2308
Registriert: 18. Jan 2014, 21:20

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von syzygy » 15. Sep 2019, 21:20

Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts stellte sich die Frage, wie die Massen in demokratischen Systemen zu steuern seien. So benötigte 1917 die USA für den Kriegseintritt die Zustimmung der Öffentlichkeit. Theoretiker der Massenpsychologie arbeiteten an einer Methodik der Meinungsbeeinflussung, die schon bald zu einem der florierendsten Geschäftsfelder unserer Zeit wurde ...

Wie kann man die Massen in demokratischen Systemen steuern? Mit zunehmenden Arbeiterrevolten entstanden am Ende des 19. Jahrhunderts Methoden zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung – ein Propagandainstrument, dessen sich erstmals die USA vor ihrem Eintritt in den Ersten Weltkrieg bedienten. In weniger als 50 Jahren entwickelte sich daraus eines der blühendsten Geschäftsfelder unserer Zeit: Public Relations. Einer der führenden Theoretiker und Architekten der Meinungsmache war Edward Bernays, Neffe von Siegmund Freud. Seine Eltern wanderten in die USA aus, als er gerade ein Jahr alt war. Das „Life“-Magazin erwähnte ihn als eine der 100 einflussreichsten amerikanischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Obwohl in der breiten Öffentlichkeit unbekannt, übte Bernays entscheidenden Einfluss auf die Staatslenkung in den Vereinigten Staaten aus – und in der Folge auf alle liberalen Demokratien. Wer nichts über Bernays weiß, kann die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüche des letzten Jahrhunderts nur schwer nachvollziehen. Bernays Werk war zum Beispiel, dass Bacon aus dem typischen US-amerikanischen Frühstück nicht mehr wegzudenken ist und Frauen anfingen, als Zeichen der Emanzipation Zigaretten zu rauchen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere soll er sogar maßgeblich zum Sturz der Regierung in Guatemala 1954 beigetragen haben. Getreu dem Erbe seines berühmten Onkels war Edward Bernays der Erste, der psychoanalytische Konzepte zur Meinungsbeeinflussung einsetzte, um kritisches Denken zu umgehen. Anstatt auf tatsächliche Bedürfnisse einzugehen, schürte er irrationale, unbewusste Wünsche.
"Um die Welt in einem Sandkorn zu sehn und den Himmel in einer wilden Blume, halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit."
Benutzeravatar
Herr von Böde
Beiträge: 1497
Registriert: 18. Apr 2016, 00:33
Wohnort: Planet Earth (meist)

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von Herr von Böde » 6. Okt 2019, 20:26



KenFM im Gespräch mit: Ulrich Teusch (“Der Krieg vor dem Krieg”)
Im Zweifel für den Krieg. Die deutsche Mainstream-Presse sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind auf Krawall gebürstet. Das wissen wir nicht erst seit dem 11. September 2001 oder seit der Ukraine-Berichterstattung. Schon lange ist jedem aufmerksamen Leser und Hörer klar, dass hier etwas ganz und gar nicht klar ist: der gemeinsame Nenner „Frieden“ fehlt völlig. Der Abstand zwischen dem, was die Menschen vom Journalismus erwarten und was sie am Ende in den Mainstream-Medien serviert bekommen, wächst. Unmut macht sich breit. Objektive Berichterstattung? Fehlanzeige. Fehler und Feindbilder? Allgegenwärtig.

Kein klar denkender Mensch will Krieg. Doch die Mainstream-Medien, vom herrschenden System abhängig und ihm dienend, können gar nicht anders, als dieses von Krieg lebende System zu erhalten. Eine Diskrepanz, die im besten Falle enttäuscht.

Im schlimmsten Fall aber nimmt Otto Normal die vorgefertigte Meinung als bare Münze hin und lässt sich „an die Front schreiben“ oder „die da oben“ in ihrer Machtbesessenheit gewähren. Weil man ja eh nichts machen kann? Doch, kann man!

Hat man die Tricks, die Ziele und die Muster nämlich einmal durchschaut, bleibt nur noch ein letzter - zugegeben - schwerer Schritt: selber denken. Dann fällt es aber leicht, politische Nachrichten, zum Besten gegeben von Tagesschau, Talkshows und der guten alten Tageszeitung, als Halbwahrheiten, Täuschungen und Propaganda zu enttarnen.

Und dann ist da noch das „Problem“ mit der Wahrheit. Am Beispiel von Julian Assange sehen wir dieser Tage allzu deutlich, was es für Konsequenzen haben kann, spricht man das aus, was nicht gesagt werden darf. Assanges Verhaftung ist nichts anderes als ein Exempel, eine Warnung an die freie Presse. Macht man nämlich den echten Krieg, den uns das System als harmlose Spielerei (Bundeswehr-Werbung) oder als „notwendiges Übel“ (Die Grünen) verkauft, in all seiner Grausamkeit sichtbar, so landet man schnell im Hochsicherheitstrakt.

Im Gespräch mit Ulrich Teusch erleben wir einen teils zornigen, teils hoffnungsvollen Politologen und Medien-Experten, der nicht aufgegeben hat zu analysieren. Teusch ist jemand, der (noch) für die öffentlich-rechtlichen Medien arbeitet, in seinen Büchern aber schon lange Tacheles spricht und Kritik an seiner Branche übt.

Nach über 100 Minuten wird klar, welche Abneigung in ihm gegen die bewusste Verbreitung von vorgefertigten Meinungen brodelt und wie man sich einer solchen Beeinflussung entziehen kann.

Zum Beispiel: mit einem Buch, mit gesundem Menschenverstand und bald auch mit einem weiteren, unabhängigen Online-Magazin: https://www.startnext.com/multipolar

Inhaltsübersicht:

0:06:04 Systemmedien

0:15:52 „Nicht-Ereignisse“ und die Folgen einer „Nicht-Korrektur“

0:32:26 Die Wirkung alternativer Medien

0:46:06 Die wirkungslosen Warnungen kritischer Journalisten

1:08:08 Messen mit zweierlei Maß - Geschichte im Vergleich

1:16:31 Solidarität mit mutigen Journalisten - Julian Assange

1:28:33 Konflikte innerhalb der Eliten

1:34:16 Wer macht die beste Propaganda?

1:39:37 Das Portal „Multipolar“
"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
Benutzeravatar
Herr von Böde
Beiträge: 1497
Registriert: 18. Apr 2016, 00:33
Wohnort: Planet Earth (meist)

Re: Medien und Propaganda

Beitrag von Herr von Böde » 13. Feb 2020, 17:51



„Kulturzeit“ in 3sat: Instrument neoliberaler Meinungsmache | Frank Blenz | NDS | 12.02.2020
„Kulturzeit“ in 3sat: Instrument neoliberaler Meinungsmache | Frank Blenz | NachDenkSeiten-Podcast | 12.02.2020

Auch Berichte über Kultur sind wichtige Transportmittel der Meinungsmache. Zusätzlich zur Verbreitung verzerrender Darstellungen ist dabei zu kritisieren, dass die propagandistische Intention teils hinter „unschuldigen“ Themen versteckt werden soll. Beispiele für mutmaßliche Manipulationen lieferte wohl auch das Format „Kulturzeit“ des Senders 3sat. Frank Blenz hat „Kulturzeit“-Produktionen zu den Themen „Russland“ und „Julian Assange“ untersucht – wir drucken seinen Beitrag hier ab. Von Redaktion.
[…]
"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
Antworten