Kakteen - Hilfe - Faden

AMAN1TA
Beiträge: 54
Registriert: 28. Jan 2022, 21:25

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von AMAN1TA » 7. Mai 2022, 01:29

Zu meinen Peyote, die existieren leider nicht mehr. Ich stellte sie kühl. Jemand brauchte eine Schüssel, dachte dass es Deko sei und hat sie in einen Eimer gekippt. Das war zu viel für die kleinen und mir ist einer nach dem anderen eingegangen. :cray:
Friesisch🍃herb🍃
Benutzeravatar
Putrema
Beiträge: 207
Registriert: 24. Feb 2021, 11:16

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von Putrema » 7. Mai 2022, 17:30

Wow, eine Kaktus-Fliegenpilz-Symbiose, hab ich auch noch nicht gesehen :D
AMAN1TA
Beiträge: 54
Registriert: 28. Jan 2022, 21:25

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von AMAN1TA » 7. Mai 2022, 18:46

Die sprießen bei mir überall!
Friesisch🍃herb🍃
Westsilver
Beiträge: 3
Registriert: 24. Okt 2021, 23:15
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von Westsilver » 14. Mai 2022, 15:26

Hallo.Ich züchte seit fast 30 jahren kakteen.Sant petros sowie auch williamsi und so.Wenn es nur etwas dunkler wird ist es nicht so schlimm und auch normal manchmal.Den ersten Winter über ganz normal weiter Pflegen.Allerdings mach ich das so das ich immer nur von März bis Oktober dünger gebe.Und das ganze jahr über eine starke Pflanzen lampe benutze.Im sommer wenn kein frost mehr ist können die Kakteen natürlich auf den Balkon oder Terrasse gestellt werden.Wässern erst wenn die Erde fast trocken ist am anfang.später wenn die groß genug sind langt alle 2 wochen ein wenig Wasser in der Sommerzeit.Ich kann euch auch eine gute und zuverlässige seite geben die sich hauptsächlich mit Meskalin Kakteen beschäfftigt und die richtigen Produkte dafür verkauft.

Mit freundlichen Grüßen

Westsilver
Albert Einstein hat mal gesagt, die menschliche Dummheit ist grenzenlos und das Weltall ist grenzenlos.
Allerdings war er sich beim Weltall nicht ganz sicher.
glaspilz
Beiträge: 45
Registriert: 9. Jun 2022, 01:46

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von glaspilz » 17. Jun 2022, 13:07

Habe noch einen 60 cm langen San Pedro ohne Wurzeln und mit ausreichend getrockneter Schnittfläche. Beim Umtopfen warte ich 1 bis 2 Wochen mit dem Gießen und gebe dem Mesca Eingewöhnungszeit, aber in dem Fall sind ja schon Wurzeln vorhanden. Wie sieht es beim Eintopfen ohne Wurzeln aus und ab wann ungefähr fängt ihr an zu Gießen?
Benutzeravatar
chronic
Beiträge: 5450
Registriert: 6. Dez 2013, 14:03
Wohnort: Auenland

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von chronic » 17. Jun 2022, 23:52

Mit Wurzeln verfahre ich genau so beim Umtopfen.

Bei noch unbewurzelten Schnitten stelle ich den Stumpf direkt in ein weitgehend relativ grobes mineralisches Substrat. Notfalls wird mit Stäben und Band fixiert. Wenn ich an der Spitze absehen kann das Wachstum und damit einher gehend die Bewurzelung klappte füge ich von oben abgelagerten Regenwurmhumus zu. Oft bei besonderen Klonen in Kombination mit Flo Dünger.
Ge'ez ጫት

glaspilz
Beiträge: 45
Registriert: 9. Jun 2022, 01:46

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von glaspilz » 18. Jun 2022, 06:03

chronic hat geschrieben:
17. Jun 2022, 23:52
Mit Wurzeln verfahre ich genau so beim Umtopfen.

Bei noch unbewurzelten Schnitten stelle ich den Stumpf direkt in ein weitgehend relativ grobes mineralisches Substrat. Notfalls wird mit Stäben und Band fixiert. Wenn ich an der Spitze absehen kann das Wachstum und damit einher gehend die Bewurzelung klappte füge ich von oben abgelagerten Regenwurmhumus zu. Oft bei besonderen Klonen in Kombination mit Flo Dünger.
Ich verstehe, da ist ein Profi am Werk. Meinen San Pedro habe ich ca. 5 cm tief in das mineralische Substrat eingesetzt. Am Wachstum der Spitze kann ich die Bewurzlung erahnen, oben wie unten scheint man wohl bei den Kakteen gut beobachten können.

In dem Fall holt der San Pedro für seinen ersten Wachstumsschub den benötigten Flüssigkeitsbedarf von sich selbst?

Von der Gartenlehre weiss ich, dass viele Pflanzen zuerst Feuchtigkeit benötigen und erst dann gut den Dünger aufnehmen können.

Verstehe ich dich richtig, dass die direkt mit Dünger giesst und beim San Pedro nicht zuvor angefeuchtet wird?

Dabke für das Teilen deiner Erfahrung, den richtigen Dünger für Kakteen und Regenwurmhunus habe ich natürlich hier.
Benutzeravatar
chronic
Beiträge: 5450
Registriert: 6. Dez 2013, 14:03
Wohnort: Auenland

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von chronic » 19. Jun 2022, 00:11

Professionelle Kakteen Halter würden wohl für Trichos ein klassisches Substrat verwenden, in dem neben mineralischen Komponenten, Lehm oder Ton weitere Materialien enthalten sind. Mischungsverhältnis je nach Gusto. Da bin ich eher unorthodox um Fäulnis in Grenzen zu halten. Das grobe Milieu lässt den sich entwickelnden Wurzeln Raum und nach dem Gießen relativ schnell abtrocknen.

Regenwurm Humus hat zwar eine Düngewirkung aber nicht all zu stark. Dafür hat er noch andere für Pflanzen wertvolle Stoffe. Nur gut abgelagert sollte es sein, damit nicht aus in ihm steckenden Ei Kokons Würmer in den Topf über gehen. Flo düngt stärker und liegt wie der Regenwurm Humus als Pulver- Substrat vor. Klassischer Kakteen Dünger kommt zwischendurch auch zum Einsatz. Ja ich gieße direkt den Flüssigdünger, aber nie die auf der Packung angegebene Menge, sondern ungefähr die Hälfte.

glaspilz hat geschrieben:
18. Jun 2022, 06:03
In dem Fall holt der San Pedro für seinen ersten Wachstumsschub den benötigten Flüssigkeitsbedarf von sich selbst?
Bei mir nicht. Das dauert zu lange und fordert den Kaktus zu stark. Das mache ich nur im Winter das ich sie irgendwo rein stelle und bis zum Frühjahr "vergesse."
Ich gieße den Schnitt an sobald er in das Substrat kommt. Abtrocknen lassen, Gießen usw. bis ich merke das er austreibt.

glaspilz hat geschrieben:
18. Jun 2022, 06:03
Von der Gartenlehre weiss ich, dass viele Pflanzen zuerst Feuchtigkeit benötigen und erst dann gut den Dünger aufnehmen können.
Das ist richtig. Denke das ist vorallem wichtig wenn ich festen Dünger auf das Substrat gebe. Flüssigdünger gieße ich immer direkt.
Ge'ez ጫት

glaspilz
Beiträge: 45
Registriert: 9. Jun 2022, 01:46

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von glaspilz » 19. Jun 2022, 04:29

Die niederländischen und amerikanischen Shops empfehle nach dem Eintopfen die Stecklinge zuerst nicht zu giessen. Die trockene Wartezeit sollte 1 - 2 Wochen betragen, da der Steckling noch keine Wurzeln trägt und daher kein Wasser aufnehmen könnte. Nach deiner Erfahrung ist diese Vorsicht überbewertet und es kann von Anfang gegossen werden. Vermutlich kommt die Aussage der Kakteenhändler aus Sorge um die ganz jungen Wurzeltriebe und ihre erhöhte Anfälligkeit für Wurzelfäule. Aber mit richtiger Erde und Giessinterval dürfte demnach auch ein unmittelbares Wässern dem Kaktus dienlich sein.

Interessant ist aber auch beim San Pedro die Entstehungsgeschichte des ethnobotanischen Kultes. Da erscheint noch einiges unklar über die Geschichte und aufgrund der langen Tradition nur bedingt zu erforschen. Allgemein bin ich aber davon überzeugt, dass die Antworten auf offenen Fragen in der Ethnobotanik mit einem Blick auf die Vergangenheit und dem ursprünglichen Standort zu klären sind.

Der Impuls nach der Entstehung und Geschichte zu forschen, fing bei mir mit Bufo Alvarius und der Frage an, wie der erste Konsument auf die Idee kam, ein bernsteinfarbenes Krötensekret zu inhalieren. Geschichtliche Rückschlüsse wurden von den indigenen Völker verneint und auch die aktuelle Videoreihe von Hamilton konnte mir dazu keine zufriedene Antwort geben. Infolgedessen versuchte ich die Geschichte zur Wiege des Pilzkults zu verstehen und war zuerst über mich erstaunt, wie wenig mir über den Ursprung der heiligen Pilze bekannt ist. Meine Verwunderung war ebenso gegeben, als ich feststellte, wie wenig auch andere Ethnobotaniker darüber wissen. Da werden 200 Pilzreisen in der Vita verbucht und doch können die erste wilden Pilze als mexikanische Mischung, mit der überhaupt alles erst anfing, nicht benannt werden. Meiner Erfahrung nach erklärt sich aber alles an der Wurzel und der Respekt gebührt auch gegenüber der Geschichte.

Beim San Pedro finde ich zunächst den ursprünglichen Standort bemerkenswert, welcher eher nicht der Norm der Kakteenlandschaft entspricht. Die Meereshöhe und die Kältewellen in den Anden ist für den Standort eines Kaktus doch eher untypisch?

Ein paar Fragen zum San Pedro und seiner Geschichte sind offen und können wohl nur noch bedingt geklärt werden. Wieso wurde z. B. der San Pedro im Gegensatz zum Peyote oder den Zauberpilzen nicht von der westlichen Invasion verfolgt? Welche Rolle spielte dabei die Benennung nach einem christlichen Heiligen?
Benutzeravatar
chronic
Beiträge: 5450
Registriert: 6. Dez 2013, 14:03
Wohnort: Auenland

Re: Kakteen - Hilfe - Faden

Beitrag von chronic » 19. Jun 2022, 11:33

Das nicht Gießen bezieht sich auf bewurzelte Kakteen die nach dem Umtopfen durch etwaige Verletzungen an den Wurzeln faulen können. Bei gut abgetrockneten Schnitten kann direkt gegossen werden. Oft schieben Trichos schon so Wurzeln. Viele Exemplare denken jedoch nicht daran welche zu bilden. Da ist Feuchtigkeit ein Anreiz.

Kälte ist für viele Kakteen Arten nicht untypisch. Siehe vor allem Opuntien. Irgendwo im Hessischen gibt es sogar ein verwildertes Vorkommen einer weitgehend frostfesten Opuntien Art. Frosttoleranz hängt oft von den Bodenverhältnissen ab. Gut drainiert = bessere Frosttoleranz. Einige Arten haben um sich rum einen weißlichen "Pelz". Das dient dazu die hohe UV Strahlung in den Bergen ab zu mildern und als Kälteschutz.
In der direkten peruvianischen Küstenregion gab es wohl ursprünglich keine T. pachanoi (Ich missachte bewußt die neuere Einteilung in Echinopsis). Um 200 v. Chr. - 600 n. Chr. liegt die vermutete Domestizierung und der erste Anbau von Trichocereus pachanoi an der peruanischen Küste. Es wird sogar von manchen vermutet das T.trichocereus pachanoi eine Zuchtform ist der die langen Dornen weg gezüchtet wurden um ihn besser verarbeiten zu können. Schon weit vorher gab es in Peru Kulturen bei denen aktive Trichoceren eine kultische Rolle gespielt haben. So z.B. in Chavin, bei den Moche und den Nazca. Von all diesen verschwunden Zivilisationen gibt es Darstellungen von entsprechenden Kakteen.

Die Spanier haben sehr wohl versucht den Gebrauch von San Pedro, speziell den religiösen Gebrauch ein zu schränken und zu sanktionieren. Die Bezeichnung San Pedro ist übrigends ursprünglich aus den USA zu uns geschwappt. Warum dieser Name ist unbekannt. Eine mögliche Erklärung wäre neben der Psychoaktivität die in religiösem Kontext mit einer oberflächlichen Christianisierung der Einheimischen auf mehr Akzeptanz zielte. Auffällig und passend dazu das Kreuz das sich bei manchen Phänos an der Wachstumsspitze bildet. Daher gut möglich das da eine Adaption an den römisch katholischen Glauben statt gefunden hat um Sanktionen zu unterlaufen.

Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit den geschichtlichen Hintergründen, vor allem den kunstgeschichtlichen, diverser Pflanzen und Pilze. Ja man findet relativ wenig zu Pilzen, und schon gar nicht zum SKKK, aber bei Kakteen sieht es einiges besser aus.
Vielleicht wird die eine oder andere Frage durch den folgenden Vortrag beantwortet. Es gibt einen weiteren von mir zum Thema Meskalin der vor einigen Wochen beim Leipziger Salon gehalten wurde und eigentlich online gestellt werden sollte. Vielleicht passiert das noch.

Ge'ez ጫት

Antworten