Vitamin D

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Gaius
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Re: Vitamin D

Beitragvon Gaius » 11. Jan 2019, 23:10

@chronic, ich finde deine Argumente ja alle gut und richtig. Mein eigenes Fazit in Kurzform. Unsere jetzige Lebensweise ist im Kern ungesund. Vitamin D Zufuhr ist mit Fisch nur minimal machbar und eigentlich bewegen sich die Menschen seit Jahrtausenden (zu 99% ihrer Existenz) draussen und im Kontakt mit der Sonne. Dies ist sei wenigen Jahrzehnten / Jahrhunderten nicht mehr so. Wir bemerken Dinge wie Stress und Müdigkeit und bestenfalls sind dann solche Präparate eine Kompensation, ja, aber trotzdem haben viele nicht die Möglichkeit mal eben so komplett ihren Lifestyle zu ändern und zurück zur Natur. Klar verkauft die Seite
https://www.vitamind.net/dosierung/
auch die Vitamine, aber ganz unten sind 35 Quellen mit größtenteils wissenschaftlichen Papers, klar, hier kann man auch hinterfragen wem nützt das und wer will Geld machen usw. Also ausprobieren und zwar mal diese "neuen" Dosierungen, ich merke eine Wirkung recht deutlich, habe Mühe das nur einem Placebo zuzuschreiben, von daher bin ich mit dieser Kompensation zufrieden UND ändere gerade meinen Lebensstil zurück zur Natur. Bin aber auch in der glücklichen Lage das zu können, anderen bleiben halt "Hilfsmittel" und Vitamin D gehört nach meiner Erfahrung dazu. :beer:
Das Forum dreht sich zum grossen Teil um pflanzliche "Hilfsmittel", da könnte man auch sagen, dass man auch ohne "optimal" leben kann. :shroomer:
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chronic
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Re: Vitamin D

Beitragvon chronic » 11. Jan 2019, 23:36

Nein eine Zuführung von Vitamin D mittels Fisch und anderen Quellen ist nicht unzureichend, sondern nur nicht so direkt spektakulär wie die einer Injektion vergleichbaren Zufuhr via Pille, Kapsel, was auch immer. Das gilt gleich für andere Stoffe. Das hieße im Umkehrschluss, dass die Menschehit in ihrer Geschichte chronisch mit Nährstoffen unterversorgt war was generell nicht richtig ist.

Ich habe mich Ende der achtziger Jahre eingängig mit Vitaminen, Mineralien und anderen Stoffen erstmalig eingehender Beschäftigt und lange Zeit regelmäßig die verschiedensten Dinge ausprobiert. Seitdem mich intensiv mit Ernährung und deren Hintergründe immer wieder beschäftigt. Letzten Endes bringt es rein gar nichts sich irgendeinen Stoff zusätzlich zuzuführen wenn kein wirklicher Bedarf besteht. Wie ich schon geschrieben habe mag es kurzzeitig einen Benefit geben wenn man Substanz X täglich einnimmt. Nur ist das nichts anderes als wenn ich mir täglich z. B. Kratom gebe um fokussierter zielgerichteter Agieren zu können. Das mag kurzzeitig von Erfolg gekrönt sein aber der Körper wird irgendwann sagen, Schluss bis hier hin und nicht weiter. Wenn macht das alles nur Zielgerichtet oder Kur mäßig einen Sinn und sollte dann auch wieder eingestellt werden um dem Körper seine natürliche Arbeit machen zu lassen. Wenn man aber meint seinen Körper täglich bis zur Erschöpfung treiben zu müssen oder sich jeden Tag Alkohol oder Cannabis wie auch andere Substanzen fortgesetzt geben zu müssen ist die Supplementierung von was auch immer nur ein fortgesetzter Drogenmissbrauch mit pseudogesunden Stoffen.


Was die Beschäftigung von Pflanzen im Forum auch immer bedeutet habe ich es ja schon erwähnt, dass ein Dauergebrauch nicht Zielführend ist. Auch ist zu beobachten, dass es die einen gibt denen es primär nur um den Rausch geht und denjenigen die sich rein für die Haltung von Pflanzen interessieren wie auch die Personen denen es um absolut alle Aspekte von Pflanzen geht. Da stoßen Welten aufeinander selbst wenn es dem einzelnen nicht immer so bewusst wird. Meiner Meinung nach ist die reine Rauschbasierte Ausrichtung in Bezug zu Gewächsen bei Licht besehen oft ein Zeichen von Leere. Es kann nicht gesund sein sich täglich irgend eine Substanz zu geben und dann zu meinen das man Erkenntnisse davon hat oder es einem vermeintlich gut geht.

Sicher kann man optimal ohne alles zusätzliche Leben wenn die Lebensumstände für einen so sind das man sich wohl fühlt. Nur muss man sich klar machen das bewusster Umgang mit was auch immer ein Lernprozess ist der nur durch Hinterfragen zu einem mündigen Umgang führt. Ich sage es noch einmal, täglicher Umgang mit einer Substanz macht nur Sinn wenn es zeitlich begrenzt ist und einem Ziel dient dem man näher kommen möchte. Alles andere ist wahlloses Einwerfen mit Abhängigkeitstendenzen in Richtung selbst Versklavung.
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hand
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Re: Vitamin D

Beitragvon hand » 12. Jan 2019, 05:38

Nein eine Zuführung von Vitamin D mittels Fisch und anderen Quellen ist nicht unzureichend, sondern nur nicht so direkt spektakulär wie die einer Injektion vergleichbaren Zufuhr via Pille, Kapsel, was auch immer. Das gilt gleich für andere Stoffe. Das hieße im Umkehrschluss, dass die Menschehit in ihrer Geschichte chronisch mit Nährstoffen unterversorgt war was generell nicht richtig ist.
Viele Menschen haben ihren Lebensstil in den letzten Jahrzehnten dahingehend verändert, dass sie sich zunehmend in Innenräumen aufhalten und auch im Sommer wenig Sonnenkontakt haben. Dazu die verhältnismäßig lange Zeit im unseren Breitengraden, in der die Sonne zu niedrig steht um die Bildung von Vitamin D über die Haut zu ermöglichen. Sollen wir jetzt alle unsere Bürojobs aufgeben und in den Süden ziehen?

Vitamin D kommt in der Nahrung nur in geringer Menge vor und permanent Fisch und Leber essen will man in der Regel ja auch nicht.
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chronic
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Re: Vitamin D

Beitragvon chronic » 12. Jan 2019, 10:09

@ hand
Wie viel benötigt man denn wirklich von Vitamin D? Bitte keine dubiose Quelle sondern zur Abwechslung beispielsweise vielleicht mal jemand etwas von der DGE oder dem aid infodienst, jetzt ble. Das was ich sagen wollte scheint wohl nicht angekommen zu sein. Fisch ist nur eine Quelle die ich als Beispiel angeführt habe. Das Problem ist doch, dass die meisten zu Faul sind sich mit Ernährung zu beschäftigen. Um ausreichend Vitamin D einzulagern braucht es nicht viel Sonne. Das sollte sogar jemand hinbekommen der von 8 oder 9 Uhr bis nachmittags 16- 17 Uhr in einem Büro sitzt.

Jedenfalls macht was ihr wollt. Ich für mein Teil werde mich in Zukunft aus solchen Diskussionen, wie schon aus anderen, raus halten weil die Meinungen im Grunde schon im Vorfeld fest stehen. Ist halt einfacher sich, so wie es das System vorgibt, mit irgend etwas voll zu stopfen, nur weil ein paar Geschäftsleute es geschafft haben wissenschaftliche Erkenntnisse zu verdrehen.
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Re: Vitamin D

Beitragvon syzygy » 12. Jan 2019, 10:39

Super Beiträge chronic, denn ich stimme weitestgehendst zu ;-) Auch wenn ich nicht ganz danach lebe bzw. ich supplementiere (verschiedenes Zeug) mittlerweile nur noch sporadisch oder kurmässig und seh das Ganze zunehmend kritischer.

Bei Vit. D ist es so, dass ich, mit der Einnahme davon, tatsächlich eine (enorme) Besserung meiner psychischen Tiefs erfahren habe. Ich hatte nachweislich einen Mangel von Vit. D. Als es mir dann besser ging und jahreszeitbedingt mehr Sonne zur Verfügung stand, hab ich die Supplementierung davon zurück geschraubt und bin den Sonnenstrahlen nachgejagt... Beim letzten check war dann auch mein Vit. D Spiegel okay. Aktuell nehm ich das auch wieder.

Auf Grund meiner Erfahrung bin ich von Vit. D überzeugt. Würd aber empfehlen, beim Arzt zu checken wie der Wert ist. Ansonsten sehe ich weitestgehendst und zuhnemend das Supplementierungs-Biz so wie chronic.

Hier nochmals das kritische Gespräch, was ich schon im Depri-Faden gepostet hab:
Kontext – Fette, Vitamin D, Mikrobiom, Biohacking – Mit Dipl. Biologe Dr. rer. nat. Jens Pohl –
"Um die Welt in einem Sandkorn zu sehn und den Himmel in einer wilden Blume, halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit."
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Re: Vitamin D

Beitragvon syzygy » 12. Jan 2019, 10:47

chronic, was hältst du von Pflanzenextrakten wie Weissdorn, Rosskastanie uä.?
"Um die Welt in einem Sandkorn zu sehn und den Himmel in einer wilden Blume, halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit."
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Re: Vitamin D

Beitragvon chronic » 12. Jan 2019, 11:27

Danke syzygy!

Ebenfalls @ syzygy
Wenn es eine Indikation gibt machen viele Stoffe einen Sinn. Man sollte allerdings wirklich Wissen was man macht. Da bist du ein gutes Beispiel für das nicht nur einfach "eingeschmissen" wurde wie auch die Geschichte von Zebra.
Es ist doch so, man meint man habe an etwas einem Mangel und dann wird geschluckt. Dabei haben die meisten noch nicht einmal eine rudimentäre Ahnung von ihrer Anatomie und Physiologie, gesschweige denn das sie sich mit Krankheiten auskennen. Ein nachlesen auf einem Portal im Internet bringt wenig Klarheit wenn einem die grundlegenden Körpervorgänge nicht geläufig sind. Da meint man zwar was kapiert zu haben aber hat es im Grunde nicht wirklich verstanden. Das gilt auch für die von Gaius angeführten Links die ich mir mittlerweile zu einem Teil angeschaut habe. Darin geht es bis jetzt im großen und ganzen nicht um normale Erwachsene ohne gesundheitliche Probleme sondern überwiegend um allgemein vergleichende Studien und die Wirkung bei Kindern die anders verstoffwechseln und daher anderen Maßstäben unterliegen.

chronic, was hältst du von Pflanzenextrakten wie Weissdorn, Rosskastanie uä.?
Beides sind wenn ich mich nicht irre "Gefäßverstärker", bzw. wirkt sich Weißdorn auf verschiedene Funktionen des Herzens aus. Finde ich weitgehendst unnötig weil gesunde Menschen eh schon gesunde Gefäße haben bzw. man nicht mit auf das Herz gehenden Stoffen leichtfertig rumspielen sollte. Gut, die Gehalte sind in der Regel bei gängigen Medikamenten so niedrig das vermutlich wenig passieren kann. Aber auch das ist in erster Linie Geldmacherei ohne großen wirklichen Nutzen.
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Re: Vitamin D

Beitragvon Gaius » 12. Jan 2019, 15:18

Ich habe ziemlich viel Pro und Contra darüber recherchiert, das basiert nicht nur auf den angegebenen Seiten. Befürworter und Kritiker und deren Argumente angesehen und versucht dabei selber kritisch und differenziert zu bleiben. Es ist momentan auch ein Hype durch solche Videos wie vom Spitzer und ich sehe das auch generell kritisch was da wieder für eine Sau durchs Dorf getrieben wird, gerade bei Ernährung und Vitamine. In diesem Fall bin ich persönlich überzeugt, dass es bei meinem momentanen Lebensstil Sinn macht es zusätzlich einzunehmen und ich habe ausschliesslich einen positiven Einfluss auf meine Lebensqualität. Das kann aber jeder selber recherchieren und für sich entscheiden, ob es Bullshit ist oder einen Nutzen hat. Ich kann es persönlich empfehlen sich das Thema mal anzuschauen, aber schaut das halt selber nach. Differenziertes recherchieren ist online möglich und fühle mich in der Lage Propaganda von Fakten zu unterscheiden.
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Re: Vitamin D

Beitragvon Zebra » 12. Jan 2019, 16:17

Da ich täglich ein Medikament schon seit längerem einnehme bin ich froh, wenn ich sonst nichts an Präparaten/Medikamenten täglich nehmen muss, auch wenn es nur Vitamin D ist.
Auch glaube ich, dass Blutanalysen mittlerweile so sensitiv sind, dass sie bereits einen sehr geringen Mangel feststellen können, und vielleicht auch manchmal auf einen Mangel überreagiert wird.
Dass es manchen Menschen einen echten Nutzen bringt, sehe ich, und ich finde es spannend wenn auch andere ihre Erfahrungen teilen.
Wenn aber quasi so argumentiert wird, dass eine Einnahme von Vitamin D, Sommer wie Winter, rund ums Jahr, Sinn macht, dann bin ich etwas skeptisch.
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Re: Vitamin D

Beitragvon Arkan » 12. Jan 2019, 16:57

Ich meine es ist ok sich in Krankheitssituationen was zu geben das den Zustand verbessert. Aber ich finde es bedenklich, nur weil man grade einen nicht so guten Lebensabschnitt mit Stress im Beruf und gleichzeitig sonstiger ungesunder Lebensweise hat sich Zusatzstoffe einzuverleiben. Gaius ist es nicht sinnvoller lieber etwas negatives in seinem Leben weg zu lassen als weitere Dinge in sich rein zu schaufeln?

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