Aussteigen/Selbstversorgung

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Gaius
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von Gaius » 23. Sep 2019, 20:37

Bender hat geschrieben:
23. Sep 2019, 08:03
@ Gaius:
Hast du schon praktische Erfahrungswerte zu Bulgarien?
Reicht Englisch / Deutsch fürs gröbste? Gesundheitswesen? Bürokratie? Was kostet eine private Krankenversicherung als „Selbstversorger“?
Wie wird man dort als „Ausländer“ auf dem Land angesehen? Schmiergelder ein Thema im öffentlichen Dienst? Polizei?

Viele Fragen :angel:
Zu deinen Fragen kann ich ja Mal ein Update schreiben was bei mir so los ist und gleichzeitig deine Fragen beantworten. Bei uns beschleunigt sich der Vorgang gerade sehr und wir werden vermutlich nun im Januar den Umzug vollziehen. Der Hauskauf ist abgeschlossen und wir habe bereits 2x mehrere Wochen darin gelebt und sammeln immer mehr Erfahrungen. Bulgarien ist ziemlich bürokratisch, hier benötigt man gute Übersetzer und unsere Anwältin ist jeden Cent wert. Wir haben aber auch den Hauskauf von privat an privat gemacht, aber damit alles wirklich korrekt läuft, sollte man einen Anwalt haben, diese kosten aber auch nur ein Bruchteil gegenüber Schweiz, also die Mehrkosten lohnen sich auf jeden Fall. Für Amtsgänge, Notare, Anmeldung Strom und Wasser sind wir immer mit Dolmetscher unterwegs gewesen, die sind aber auch recht günstig. Es gibt in den Regionen überall so deutsche Community oder Facebook Gruppen, da bekommt man immer Mal Empfehlungen von korrekten Leuten, damit man nicht an irgendwelche Abzocker gerät, soll es ja auch geben...

Ich habe einen Bekannten in der Provinz / Umland von Sofia und dort weiter ausserhalb der Stadt ist das Land und Dorfleben nochmal stark anders als bei uns in der "Struktur" der Urlaubsregionen und Varna ist so eine Universitätsstadt mit speziellen Kliniken und anderen Strukturen. Auf dem Land sind Gebiete stellenweise verlassen und strukturell stark abgerockt, also je näher an so Städten Sofia, Plovdiv, Varna, Burgas ist mMn. nicht verkehrt für bessere Spitäler. Wir haben geplant so erstmal grob in die bulgarische Krankenkasse zu gehen, wo ich noch nicht den genauen Betrag habe, aber so mit ca. 20 Euro monatlich ist man dabei und bekommt natürlich nur die Basic-Versorgung, aber immerhin, sobald man in eine bessere Klinik in Varna möchte zahlt man dann drauf, aber das ist relativ gesehen auch nochmal günstiger, als Spitäler in CH und wenn ich das mit den monatlichen Kosten der schweizer KK vergleiche nehme ich das in Kauf und man benötigt eh ein gewisses Geldpolster für diese ganze Auswanderer-Aktion. Für eine Aufenthaltserlaubnis braucht man zuerst Mal umgerechnet 17000 Euro für 5 Jahre, das ist quasi die Absicherung um 5 Jahre ohne zusätzliches Einkommen klar zukommen, wenn man da so eine Rente von Minimum 260 Euro hat, ist man da ja drin.

So viele Erfahrungen als wohnhafter Nachbar habe ich noch nicht gemacht, aber habe bisher gute Erfahrungen gemacht. Generell sind alle sehr gastfreundlich, quasseln einen halt auf bulgarisch zu und man kämpft sich so durch und es ist natürlich hilfreich die Sprache zu lernen. Bei den jüngeren sprechen manche etwas englisch, bei den älteren gibts sogar welche die etwas deutsch können, aber als Einwanderer sollte man natürlich selber die Sprache lernen. Aber ich fühle mich gegenüber den Bulgaren im Land recht wohl, sie sind herzlicher und pragmatischer als so die deutsche Volksseele, so grob pauschalisiert natürlich.

Die Korruption in Bulgarien ist eher an der Spitze ein Problem, dass die europäischen Fördergelder häufig in Taschen als in Struktur verschwinden. Ansonsten hat man einen Dolmetscher oder Anwalt am Start als Puffer und die Polizei lässt einen auch in Ruhe, hatte so innerhalb des deutschen Netzwerks nichts von grösseren Problemen gehört, also die Chance auf Probleme ist gering, wenn man sich unter dem Radar aufhält, aber am besten nicht mit Gras in der Tasche erwischen lassen...

Ich hörte noch, dass in der Region wo ich bin eher die Grenzpolizei am Start ist und sonst wären die recht entspannt, also vielleicht gibt es da auch regionale Unterschiede.
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harekrishnaharerama
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von harekrishnaharerama » 16. Okt 2019, 10:24

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Bender
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von Bender » 26. Okt 2019, 08:48

@Gaius: Danke für deine geteilten Erfahrungen!
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nrok
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von nrok » 29. Okt 2019, 20:08

Habe auf meiner farm jetzt Solarstrom inkl Speicher. Sehr geil es gefühl stromzuverbrauchen und sich nicht schlecht dabei zu fühlen.
Wasser haben wir auch von einem Brunnen.

Jetzt fehlt nur noch eine selbstschussanlage ums Grundstück :7g35sujz.gif:
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Herr von Böde
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von Herr von Böde » 29. Okt 2019, 20:31

nrok hat geschrieben:
29. Okt 2019, 20:08
Habe auf meiner farm jetzt Solarstrom inkl Speicher. Sehr geil es gefühl stromzuverbrauchen und sich nicht schlecht dabei zu fühlen.
Wasser haben wir auch von einem Brunnen.

Jetzt fehlt nur noch eine selbstschussanlage ums Grundstück
Glückwunsch, ich kann mir vorstellen wie gut sich das anfühlt.
Bei mir wäre es wohl ehr die Freude über etwas mehr Unabhängigkeit, vielleicht ein etwas größeres Sicherheitsgefühl als das Fehlen eines schlechten Gewissens aber ganz bestimmt ist eine erneuerbare, lokale Stromquelle ein ganz dickes Plus.

Wie ist die Qualität von Eurem Brunnewasser, direkt trinkbar oder braucht das Filterung und Vorbehandlung?
Wir haben hier sehr hohe Eisenwerte im Grundwasser.
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Herr von Böde
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von Herr von Böde » 4. Nov 2019, 13:58

70-80 Passion No1 Seeds aus zwei Stecklingen von der selben Mutter.
Es gab schon Unkenrufe das ich die Saat nie werde reif bekommen.
Tatsächlich haben die Pflänzchen sich bereits Anfang Oktober einen leichten Frostschadfen an den Blättern zugezogen. Seit Mitte Oktober standen sie nun drinnen am wenig tauglichen süd-ost Fenster.
Aber sie haben es geschafft die Samen ausreifen zu lassen.
Der Steckling links war nun wirklich fertig, der schwarze Schimmel am Stiel (man sieht ihn über den untern Buds) beginnt auf die Blüten überzugreiffen obwohl schon alles sehrt trocken ist.
Der Steckling rechts ist noch so vital das ich spaßeshalber mal versuche den bei 18h wiederzubelben (leztes Bild das grad etwas kläglich aussehnde Pflänzchen in der Mitte) und so steht er jezt bei den beiden Pflanzen die ich als Mutter über den Winter bekommen will.
Die zweite Mutter musste leider aussortiert werden weil sie zwittrig war.

Plan ist die Samen noch einen Tag an der Luft zu lassen und sie dann in zwei Portionen (wegen des Schimmels mal lieber getrennt lassen) in Klemmtütchen zu packen um sie im unbeheizten (aber frostsichern) Bad im dunklen Med-schrank zu lagern.
Ich hoffe Anfang- Mitte April sind die Körner noch vital.



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chronic
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von chronic » 5. Nov 2019, 18:26

Herr von Böde hat geschrieben:
4. Nov 2019, 13:58
Plan ist die Samen noch einen Tag an der Luft zu lassen und sie dann in zwei Portionen (wegen des Schimmels mal lieber getrennt lassen) in Klemmtütchen zu packen um sie im unbeheizten (aber frostsichern) Bad im dunklen Med-schrank zu lagern.
Ich hoffe Anfang- Mitte April sind die Körner noch vital.

Die Samen werden dann erst richtig gut sein. Voraus gesetzt sie wurden gut gelagert. Direkt nach der Ernte ist die Keimrate noch nicht so gut. Hanf benötigt wie viele andere Pflanzen auch erst einmal eine Keimruhe von einigen Monaten um optimal aus zu reifen.
Ge'ez ጫት

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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von Herr von Böde » 5. Nov 2019, 20:13

Danke für den Hinweis chronic !

Optimal wäre wahrscheinlich der Kühlschrank aber ich hab hier mit ner neuen aber ausgesprochenen Billigeinbauküche zu kämpfen die schon vom Angucken auseinanderfallen will. Entsprechnd frostsicher ist der Kühlschrank :)

Im Bad bei ca 15 Grad im Schnitt (erwarte ich jetzt mal keine Wintererfahrung mit diesem Bad) ist es evtl. doch etwas zu warm.

Mal schauen....
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harekrishnaharerama
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von harekrishnaharerama » 7. Nov 2019, 03:58



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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitrag von harekrishnaharerama » 12. Nov 2019, 08:20

Marc (45) hatte nach einem Burnout und Mobbing einen krassen Cut in seinem Leben gemacht. Er zog in den Wald, raus aus der Zivilisation.
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