Aussteigen/Selbstversorgung

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Herr von Böde
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Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Herr von Böde » 23. Nov 2017, 00:40

Zu Anfang 3 Videos:





"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
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kleinerkiffer84
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon kleinerkiffer84 » 23. Nov 2017, 21:29

Sehr schön, jetzt habe ich einen neuen Suchtkanal, den ich auf Opiate schauen kann. :good:
Ich liebe solche Systemaustiegsachen.
Mir schwebt im Hinterkopf schon seit 10 Jahren die Idee vor, aus dem System auszusteigen, habs aber nicht durchgezogen.
Ausgesetzt in der Salviawelt, bei mir habe ich nur meine Bong und ein Feuerzeug. Entitäten werden mich begleiten. Ich zeige Ihnen, wie man hier überlebt!
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Fruchtfliege
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Fruchtfliege » 23. Nov 2017, 22:01

Der Hombre ist ganz nice.
Viel knowhow und wenig Romantik.
Der hat sogar schon Schlafmohnangebaut. XD

Ist halt eine tolle Mischung aus Garten, Viehzucht und Selbstversorgung.

Kk84 gönn dir mal Detlef Römisch. Ausschließlich Pflanzen und Garten aber ultraentspannend. Auch wenn er ein spezieller Hombre ist xD
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Attic
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Attic » 24. Nov 2017, 15:28

Detlef Römisch ist wirkklich speziell.. leider manchmal ermüdend aber durchaus interessant!
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Herr von Böde
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Herr von Böde » 26. Nov 2017, 21:05

...
Mir schwebt im Hinterkopf schon seit 10 Jahren die Idee vor, aus dem System auszusteigen, habs aber nicht durchgezogen.
Mir hats enorm geholfen Ideen zu entwickeln und konkrete Pläne zu schmieden und für mich auch festzuhalten um die Entschjeidung endgültig zu treffen.
Wenn man so ein bisschen weiss was geht, was passieren kann, was nicht geht, was nötig ist, gibt das Sicherheit.

Mir ist zB wichtig möglichst wenig Nahrungsmittel einkaufen zu müssen ich will aber genug Zeit haben noch einer selbstständigen Arbeit, die ein ausreichendes Zubrot bringt und die mir Spaß macht, nachgehen zu können.
Ich kann mir nicht vorstellen als Eremit im Garten zu hausen.
Und ich denke ich weiss so langsam wie es klappen könnte.

Ich würd Dir echt raten öfter mal ein nüchternes Brainstorming zu machen, schriftlich um was in der Hand zu haben um irgendwann zu beginnen bestimte Ideen genauer zu verfolgen.
Dann bist Du quasie gezwungen früher oder später eine Entscheidung zu fällen. Wichtig ist das Du sie bewusst fällst gar nicht so sehr wie sie aussieht.
Entweder Du bleibst dann auf dem alten Weg weisst dafür aber genau warum oder Du probierst was Neues.
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Herr von Böde
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Herr von Böde » 4. Dez 2017, 20:51

Ich werd in diesem Winter versuchen komplett auf die bequeme Zentralheizung zu verzichten.
Schon jetzt (ohne Frost) zeigt sich das man da etwas Übung und Erfahrung braucht um halbwegs konstante Temperaturen zu halten, in der ersten Woche schwankte es gern mal zwischen 30 !! und 15 Grad.
Holz ist gemütlicher, Kohlebriketts konstanter (aber damit ist man abhängig).
Vor Kälte und gedultigem Anheizen am Morgen wird es kein Entkommen geben :)
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Bender
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Bender » 14. Dez 2017, 06:38

Und wie sieht es aus? Ist mit der Zentralheizung auch die Warmwasserversorgung gemeint?
Mein Ziel ist es irgendwann mal nicht komplett auszusteigen, aber mit 50 will ich mit Arbeiten aufhören. Bis dahin muss noch gespart werden, und die Eigentumswohnung kann dann auch vermietet werden. Mit dem Camper wird dann in Spanien / Portugal überwintert... in der Theorie ist das alles schön - mal schauen ;-)
Aber bis dahin ist noch Zeit und alles kann sich ändern :alberteinstein.gif:
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Herr von Böde
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Herr von Böde » 17. Dez 2017, 12:06

Ok, auf Warmwasser will ich nicht verzichten, soweit bin ich noch nicht ich weiss auch nicht ob ich irgendwann mal soweit sein will :)
Warmwasser ist aber noch an Durchlauferhitzern angeschlossen.

Was heisst auch ganz austeigen?

Ich werd immer noch auf Euros angewiesen sein, Grundsteuer oder Pacht und Miete müssen als reine Lebensgrundlage mindestens bezahlt werden.Die eine oder andere Versicherung braucht man auch.... Braucht man sie?
Ansonsten wurde noch kein Heizkörper angedreht, komm auch langsam in Übiung.
Nächste Anschaffung wird ne Küchenhexe sein...

Mach mir da keinen Druck bin nur am Beginn eines neues Weges, wohin der führt? Schaun wir mal...
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avitas
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon avitas » 19. Dez 2017, 12:53

Ich persönlich verwende lieber das Wort Einsteigen, darum geht es für mich, sich wieder in nachhaltige Systeme der Natur einzubringen und gute Technische Entwicklungen damit zu verbinden.
Nicht weg von(Aversion), sondern Hin zu (Appetenz) Motive bringen mir ausgeglichene Energie.

Zum Thema Warmwasser, ein Video zu einer Dampfenden Outdoor Dusche im Winter von Ben Falk:
https://www.youtube.com/watch?v=Z3Z003uBn9Q

Ein Komposthaufen erzeugt Hitze und Gas für ca. 16 Monate.....Dann kann der reife Kompost verwendet/vermarktet werden und es wird ein neuer Haufen gebaut.

Gibt ein Buch von Gaelan Brown "The Compost-Powered Water Heater". (www.countrymanpress.com), bin gerade am Lesen und plane ein GWH damit zu beheizen.
Häuser gehen natürlich auch, alles eine Frage der Größe des Haufens :D
Sehr interessant da die viele Pferdebesitzer in meiner Umgebung dafür Zahlen dass ihr Mist abtranspotiert wird.

compostpower.org



Ansonsten ist es von Vorteil sich einen RocketStove mit Wärmespeicher(Sand, Lehm, oder ähnliches) zu bauen. Hab ich noch nicht gemacht, nur bei Ausgewanderten in Südamerika kennengelernt.

Warum auch immer kann man diese Bauform nicht kaufen, soweit ich weiß. Der RocketStove hat den Vorteil einer Vollständigen Verbrennung, das heißt es entsteht kein Rauch und sehr viel Hitze. Der Wirkungsgrad ist der Hammer.
Da könnte man evtl sogar im Wald durch Totholzsammeln (soviel man tragen kann) genug Holz finden um sein kleines Zuhause zu heizen - meine eigene waaghalsige Theorie die sich nicht auf Berechnungen stützt.

Hier ein Video von einem lustigen Paradiesvogel, mitten im Selbstbau eines mobilen Raketofen (Einsatz unter anderem in seiner Schwitzhütte):
https://www.youtube.com/watch?v=uuWYJSonONU

Zum Selbstbau habe ich gerade keine Professionelle Anleitung parat, eine Websuche sollte aber was ergeben.
Ich frag meinen Kollegen in Paraguay, der hat das Ding von einem "Metall-Handwerker" selbst bauen lassen, und seit mehreren Jahren im Winter als Zentralheizung im Einsatz.


Zum Thema wie viel Geld braucht der Mensch heute in Deutschland:
Wer zu Kaltmiete leben will kann das tun, Krankenversicherung ist das einzigste was ich persönlich als wichtig erachte in Deutschland (eher für evtl. Unfälle als Krankheiten....).
Der Rest ist Luxus den man sich sparen kann, wie zielführend dass dann für die persönlichen Lebensziele ist, ist eine andere, individuelle Frage.
In einer Wegwerfgesellschaft - beherrscht von Obsoleszenz und Werbung - braucht man für Konsumartikel nur zum richtigen Mülleimer/Container gehen....
Alte Menschen sterben und die ganze Einrichtung wird im Container mit Abholkosten im 4 Stelligen Bereich entsorgt....


Ein tolles Beispiel ist Marius Diab, ein Kunststudent und Münchner Stadtkind im Konsumstreik, der eine schöne Jurte aus Abfall gebaut hat und jetzt auf dem Land (Hallertau) mit Freunden lebt und dort kostenlos wohnt, Gemüse anbaut, und verteilt.
Ich kenne auch einen Imker der einfach nur einen Teil Honig abgibt und dafür seine Wägen sogar teilweise im Naturschutzgebiet abstellen darf.

Einfach mal auf Youtube nach Marius suchen: https://www.youtube.com/results?search_ ... arius+diab



Jetzt träume ich schon wieder von meinem Null Energie Haus, Earthships gehen in diese Richtung. Geil was die da in Texas so bauen(youtube).
Aber erstmal arbeiten :)


Liebe Grüße und eine spannende Reise,
avitas
Donfoolio
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Re: Aussteigen/Selbstversorgung

Beitragvon Donfoolio » 21. Dez 2017, 14:06

Yes, avitas: einsteigen statt austeigen.

Für mich bleibt es das Ziel, marktorientierte und kapitalismusgesteuerte Strukturen durch Nachbarschaft und Solidarität zu ersetzen.
Allein auf einem Hof zu leben und sich selbst zu versorgen ist sicherlich möglich, kostet aber einiges an Courage um den Arbeitsalltag
und die Spezialisierung in etwaige Domänen zu bewerkstelligen. Da finde ich das potlatch-System besser:

warum nicht z.B. einen Gemüsegarten und eine kleine Schafherde bewirtschaften und überschüssiges Gemüse und Fleisch mit den Nachbarn tauschen?
Alleinstehend Gemüse, Getreide, Fleisch, Milchprodukte, Honig, Brot, Alkohol und Rauschmittel herzustellen und darüberhinaus noch alle anfallenden Arbeiten
und Reparaturen zu erledigen plus die zum Leben notwendigen Euronen ergattern ist ein Mammutprojekt, das wenig Freizeit lässt.

Es sei denn man ist Philosoph wie Henry Thoreau und begnügt sich mit Bohnen und Reis.

Da scheint mir das Hofgemeinschafts- oder Kommunenprojekt bzw. der Austausch mit Nachbarn und Gleichgesinnten wesentlich befriedigender.

Überschüssigen Ballast aus dem Leben entfernen und einfach leben - ja! Aber gut leben, das ist noch eine andere Sache.
Wir kommen ohne Geld schlecht aus heute. Willst du dich mit Feuerholz heizen, ist eine Kettensäge eine gute Investierung.
Wer Kettensäge sagt, sagt Ketten tauschen, Öl und Benzin kaufen, Wartungskosten: man spart eine Menge Geld gegenüber anderen Heizsystemen und hat ethisch
vielleicht eine nachhaltige Entscheidung getroffen, aber kostenlos ist das Ganze dann doch nicht.

Unabhängigkeit gewinnen und eine gewisse Autonomie gegenüber Konsumprodukten, das ist eine feine Sache und den Aufwand wert.
Aussteigen hingegen scheint mir eine Trotzreaktion unreifer Hippies zu sein.

Die Gesellschaft wird sich nicht dadurch ändern, dass ein paar Hanseln beschlossen haben im Wald zu leben.

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