LSDMT - Das Wartezimmer der Erleuchtung

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Psychelution
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LSDMT - Das Wartezimmer der Erleuchtung

Beitrag von Psychelution » 12. Sep 2021, 15:26

Gestern war es mal wieder an der Zeit für einen Abflug in den Hyperraum!

Ich nahm um 14.00 Uhr 100µg 1CP-LSD ein, räumte noch etwas auf und bin dann 1h nach Einnahme raus gegangen um einen Spaziergang zu machen.
Das war wirklich herrlich! Auf LSD draußen zu sein bedeutet für mich unteranderem zu 100% im jetzigen Moment zu sein. Ich spürte jeden noch so kleinen Windzug auf meiner Haut, ich konnte jedes kleine Kieselsteinchen durch meine Schuhsohlen fühlen und ich lauschte all den zahlreichen Geräuschen, die die Umgebung von sich gab. Da war kein Platz für irgendwelche Gedanken, die wohl auch im Hier und Jetzt stattfinden, sich jedoch meistens um Vergangenes oder die Zukunft drehen.
Es war nur Platz für das was ich JETZT wahrnehmen kann und das nahm ich mit einer unglaublichen Achtsamkeit wahr. - ich habe bisher noch kein Psychedelikum eingenommen, das in dem psycholytischen Dosisbereich, die eigenen Konzepte, zu denen eben auch die Wahrnehmungsfilter gehören, so clean auflöst wie LSD. Alle Sinneseindrücke, die mein Verstand als unwichtig erachtet werden im Alltagsbewusstsein aus meinem Bewusstsein herausgefiltert, das kann manchmal ganz nützlich sein zum Beispiel wenn man an einem recht lauten Ort wohnt und man den Lärm nach einer Weile überhaupt nicht mehr hört.
Dann hat man endlich wieder seine Ruhe, aber je mehr die eigene Wahrnehmung gefiltert wird, desto unbewusster wird man und je bewusster man das Leben erlebt, desto mehr kommt man mit der Existenz und mit sich selbst in den Frieden und in das Jetzt. Und im Jetzt gibt es keine Probleme.
Nach einer Weile bin ich wieder zuhause angekommen, da ich vorhatte den Trip hauptsächlich daheim zu erleben um auf dem Peak etwas Changa zu rauchen - eine so intensive Reise wollte ich dann doch nicht draußen erleben.
Als ich also wieder zuhause war, legte ich mich auf die Couch, hörte Ambient und ließ mich einfach so richtig fallen und gab mich dem Trip hin.
Hauptsächlich kreisten meine Gedanken über Persönliches, also um verschieden Probleme, die in den letzten Wochen in meinem Leben aufgetaucht sind und denen ich mich in der Zukunft stellen muss.
Durch die Auflösung des "Denkers" in meinem kopf, der mir mit seinen unzähligen Bewertungen und Zukunftshirngespinsten im Alltag manchmal ziemliche Angst einjagt, konnte ich mein Leben sehr viel nüchterner betrachten und das hat mir sehr geholfen mit meiner Lebenslage in Harmonie zu kommen.
Dazu muss ich sagen, dass seitdem ich wieder zuhause angekommen war, die Wirkung des LSDs wirklich sehr stark für 100µg war. Hätte ich es nicht besser gewusst hätte ich gesagt, dass es Minimum 150µg sind.
Wobei ich eh das Gefühl habe, dass meine LSD-Erfahrungen von mal zu mal stärker werden - ich habe diesen Sommer relativ häufig auf LSD getript und jedes mal wird die Wirkung stärker und vorallem flutet die Wirkung schneller an, früher habe ich 1h nach Einnahme noch nichts gespürt und inzwischen habe ich 10min (!) nach Einnahme schon einen ordentlichen Bodyload und erste Optics.
So verbrachte ich dann die Zeit bis zum Peak der Erfahrung (3h nach Einnahme), auf dem ich das Changa rauchen wollte.
ich bereitete mir also einen Changa-Kopf vor, den ich aber zunächst nur mit einer recht kleinen Menge Changa befüllte, um ein Gefühl dafür zu bekommen wie stark sich die Kombination aus LSD, MAOi und DMT gegenseitig potenziert.
Danach setzte ich mich auf die Couch in eine sehr angenehme und kuschlige Position mit einer Decke und kam erst einmal so richtig zur Ruhe, atmete tief ein und aus, um im Anschluss den Bongkopf in einem Zug zu inhalieren.
Auf diese erste Changa-Welle werde ich jetzt nicht detailliert eingehen, da die Wirkung wohl schon ziemlich intensiv war, aber eben doch noch nicht stark genug um aus meinem Körper katapultiert zu werden.
Außerdem lief zu diesem Zeitpunkt noch Musik im Raum, die mich sehr stark gestört hat. Es fühlte sich so an als könnte mich das DMT jederzeit mit in seine Welt reißen, doch die Musik war so eine art Gegenpol, der mich in die entgegengesetzte Richtung zog und mich an die Alltagsrealität bindete.
Als die Wirkung wieder abflachte war ich mir dann ganz sicher: Nie wieder Musik auf DMT! Ich weiß nicht wie das bei euch aussieht aber ich höre eigentlich echt gerne Ambient auf psychedelischen Reisen und ich habe auch das starke Gefühl, dass die richtige Musik bei mir durchaus in der Lage sein kann das psychedelische Erleben, während einer Reise, zu katalysieren und mich noch tiefer in innere Welten gleiten lässt. Nicht so bei DMT!
Ich habe bisher aus Gewohnheit meisten bei DMT auch Musik gehört und jedes mal aufs Neue muss ich erkennen: Nein! das passt einfach überhaupt nicht, das DMT hat einfach seine ganz eigene Symphonie, die nicht von fremden Sounds gestört werden möchte.
Allerdings war die erste Changa-Welle trotzdem recht schön und ich habe es diesmal zum ersten Mal geschafft, bei dem sehr schnellen Anfluten der Wirkung, nicht panisch zu werden, sondern mich der Wirkung voll hinzugeben.
Nach diesem Erlebnis brauchte ich erstmal einige Zeit um wieder einigermaßen auf den Boden der Tatsachen zu kommen und überhaupt darüber nachdenken zu können ob ich jetzt noch eine größere Dosis rauchen möchte.
Ich könnte mir übrigens gut vorstellen, dass der gerauchte MAO-Hemmer auch für eine gewisse Zeit die Wirkung des LSDs verstärkt hat, da ich schon echt einiges an Zeit gebraucht habe um in der Lage zu sein mir einen weiteren Bongkopf zu stopfen.
Ich werde wohl mal in der Zukunft einen Test mit LSD und gerauchtem MAOi machen, um diese Theorie gegebenenfalls verifizieren zu können.
Allerdings muss ich auch erwähnen, dass ich nicht genau weiß wie lange das nun wirklich gedauert hat, ich hatte nämlich so starke Optics, dass ein Blick auf die Uhr vollkommen sinnlos war, da war absolut nichts zu erkennen. :m037:
Nach einigem Hin und Her beschloss ich jedenfalls einen zweiten Bongkopf mit der doppelten Menge Changa zu rauchen.
Bei der zweiten Changa-Welle begab ich mich in genau dasselbe Setting wie beim erstem Mal, nur diesmal in vollkommener Stille. Ich kam wieder absolut zur Ruhe und zog den Bongkopf in einem Zug in meine Lunge - ich zog und zog und als ich das Gefühl hatte: "Jetzt geht nicht noch mehr in mich rein!", da kam es mir auf einmal so vor als hätte ich von jetzt auf gleich noch eine zweite Lunge, in die ich dann auch noch inhalieren konnte!
Auf diese Weise zog ich dann die ganze Bong leer und schaffte es noch irgendwie die Bong neben mir auf die Couch zu werfen. Dann überkam mich ein gewaltiges Gefühl. Mein Körper wurde immer und immer schwerer und gleichzeitig überkam mich ein Gefühl, das ich schon fast als Anästhesie bezeichne würde.
Ich spürte meinen Körper kein kleines bisschen mehr und dann löste sich der ganze Raum vor mir langsam auf.
Auf einmal erschienen vor meinem inneren Auge mehrere Köpfe, die mich anschauten. Sie waren nicht mit verschiedenen Farben koloriert, sondern sie waren wie ein Schwarz Weiß Film, nur anstatt von Schwarz und Weiß waren sie in verschiedensten Abstufungen von Rot und Orange gefärbt.
Die Siluette dieser Köpfe erinnert mich stark an eine Mischung von Dr. Christian Rätsch und Albert Einstein.

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Die Köpfe schauten mich weiter an und auf einmal streckten sie mir ihre Zunge raus, genau so wie auf dem legendären Bild von Albert Einstein! Und in dem Moment als sie das taten explodierte ihr Kopf, er zerberstet in tausende brennende Teile und währenddessen kicherten sie! Für die war das alles nur ein Spaß!
Bildschirmfoto 2021-05-05 um 07.45.49.png
Da wurde mir sowas von klar: "DMT ist Selbstmord!" :tongue:
Kurz danach konnte ich nochmal kurz meine Augen öffnen und das sah sowas von komisch aus. Ich schaute nicht, wie gewöhnlich mit meinen Augen auf meinen Körper, sondern ich blickte aus meinen Augen heraus auf meinen Körper. Ihr müsst euch das so vorstellen wie bei einem Ego-Shooter, wo ihr ja auch nicht die Person im Computer seid, aber eben die Perspektive dieser Person durch den Bildschirm hindurch wahrnehmen könnt - genauso hat sich das angefühlt.
Die "wahre" Realität spielte sich im inneren ab und das was ich gerade noch mit geöffneten Augen erkennen konnte war nur wie ein Bildschirm, auf dem irgendetwas lief, das keine Bewandtnis für das "reale" Geschehen hat.
Danach wurde ich in einen Raum gezogen. Ich nenne diesen Raum das Wartezimmer der Erleuchtung!
Es war ein Raum, der ganz glatte Wände hatte, auf denen sich die fantastischsten fraktalen Muster formten und immer wieder in neue Formen zerflossen.
Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das jetzt in Worte fassen soll, aber diese Wände und ihre zerfließenden Muster hatten etwas wahnsinnig hypnotisches und ich wurde magisch von ihnen angezogen bis ich ganz nah an ihnen stand.
Mein Gesicht (das zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr physisch vorhanden war) war ganz nah an diesen Wänden und glitt an den Wänden entlang, ein bisschen so wie bei diesen Putzfischen, die die Scheiben von Aquarien putzen!
Währenddessen schaute ich die Muster immer intensiver an und glitt immer weiter an diesen spiegelglatten Wänden entlang.
Irgendetwas in mir sagte mir: "Du musst da durch!"
So glitt ich also an diesen Wänden entlang, doch egal wo ich schaute, ich fand keine Weg hindurch. - das ganze erinnert mich ein bisschen an einen Taucher, der unter einer Eisdecke taucht, und das Loch, durch das er hineingekommen ist, nicht mehr findet.

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Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt Panik oder das Gefühl etwas schreckliches würde geschehen, wenn ich da nicht hindurch komme, sondern es war eher so ein unbeschreiblich magisches Gefühl, das mir sagte, dass hinter diesen Wänden etwas auf mich wartet.
Auf dem Rest des Trips gestern und natürlich auch heute noch, dachte ich noch sehr oft an diese Situation und ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Art Einladung zu einem Breakthrough war.
Irgendwann verließ ich diesen Raum wieder und bekam langsam wieder ein Gefühl für meinen Körper.
Als ich die Augen wieder öffnete hatte ich ein so unbeschreibliches Gefühl, ich kann es euch wirklich nicht sagen, jedenfalls fühle ich mich einfach sowas von am Leben, so lebendig wie noch nie zuvor.
Bei dieser zweiten Changa-Welle dauerte die Wirkung, glaube ich, nochmal ein gutes Stück länger an, als beim ersten Mal.
Nachdem ich die Augen öffnete, brauchte ich sicherlich noch 30min bis ich in der Lage war aufzustehen.
Ich musste dann natürlich erstmal wieder klar kommen und versuchte noch einmal durchzugehen was ich da gerade erlebt habe.
Genau für diesen Prozess ist für mich der Mischkonsum von LSD und DMT echt Gold wert!
Zum einen wird die Wirkung vom DMT durch das LSD verlängert (für diesen Zweck hat zum Beispiel Terence McKenna gerne die beiden Substanzen kombiniert), aber vor allen Dingen ist der Verstand auch nach der DMT-Erfahrung noch durch das LSD ziemlich runtergefahren, was dazu führt, dass der Verstand nicht direkt anfängt jede Einzelheit der Erfahrung zu konzeptionalisieren, zu deuten und einzugliedern. - so kann ich die Erfahrung direkt danach irgendwie mehr als "Ganzes" betrachten und nicht in viele Einzelaspekte gegliedert.
Außerdem ist das Ego auch vor dem Rauchen des DMTs schon ein wenig runtergefahren und somit wird für mich das Hineingleiten in die Erfahrung bedeutend leichter, es gibt schlichtweg weniger Widerstand.
Nachdem ich das gemacht habe, habe ich noch Musik gehört und aus meinem Dachfenster geschaut. Das war so unvorstellbar schön!
Ich schaute mir die Wolken an und den unglaublich fantastischen Sonnenuntergang. Durch das LSD sah das natürlich nochmal bedeutend schöner aus, alles funkelte in so bombastischen Farben, die Wolken verformten sich zu verschiedensten Gebilden und Gesichtern... es war wirklich einer der schönsten Anblicke meines Lebens.
Dabei murmelte ich immer wieder: "unvorstellbar schöne Existenz...ich bin so froh zu existieren", dabei kamen mir fast die Tränen.
Ich legte mich dann wieder auf die Couch, hörte dabei Ambient und dachte über das Erlebte, die Existenz und mein Leben nach.
Nach einiger Zeit als die Sonne vollständig untergegangen war zündete ich Kerzen im Raum an und baute mir einen CBD-Blunt.
Den Blunt rauchte ich dann genüsslich und ich ließ mich noch für den Rest des Abends zur Musik und meinen Gedanken treiben,
bis ich dann müde wurde und schlafen ging. (zum Glück fällt es mir immer sehr leicht nach LSD zu schlafen, was recht ungewöhnlich ist)

So das war jetzt alles was mir zum gestrigen Tag eingefallen ist, wenn mir in den nächsten Wochen noch Ereignisse einfallen sollten, und das passiert bei mir tatsächlich oft erst ein paar Wochen nach einer Erfahrung, dann werde ich das hier ergänzen.

Vielen Dank fürs Lesen :good:
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Das Geheimnis des Lebens ist kein Problem, das gelöst werden kann, sondern eine Realität, die erfahren werden muss.

Alan Watts
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kleinerkiffer84
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Re: LSDMT - Das Wartezimmer der Erleuchtung

Beitrag von kleinerkiffer84 » 12. Sep 2021, 20:06

Vielen Dank für deinen Bericht, dass klingt sehr interessant! :78:
LSD+DMT scheint eine interessante Kombination zu sein, von der ich jetzt schon mehrfach Gutes gehört habe, ich denke das muss ich auch mal testen. :D
Ausgesetzt in der Salviawelt, bei mir habe ich nur meine Bong und ein Feuerzeug. Entitäten werden mich begleiten. Ich zeige Ihnen, wie man hier überlebt!
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Bender
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Re: LSDMT - Das Wartezimmer der Erleuchtung

Beitrag von Bender » 14. Sep 2021, 14:27

Ja, war schön zu lesen - Danke
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Psychelution
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Re: LSDMT - Das Wartezimmer der Erleuchtung

Beitrag von Psychelution » 16. Sep 2021, 20:53

Vielen Dank! Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich in der vergangenen Nacht von DMT geträumt habe. Ich habe geträumt, dass ich dreimal hintereinander Changa in meiner Bong geraucht habe, wobei ich mich an die einzelnen Trips nicht genau erinnern kann, aber ich weiß noch ganz genau wie sich das unglaublich überwältigende Anfluten der DMT-Wirkung anfühlte - es war tatsächlich täuschend echt! Vermutlich versucht mein Unterbewusstsein diese intensive Erfahrung zu verarbeiten, vielleicht wurde bei mir im Schlaf auch wirklich eine größere Menge endogenes DMT ausgeschüttet oder es hängt damit zusammen, dass ich gestern das Changabuch von Markus Berger gelesen habe. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem.
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Alan Watts
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