2C-E der 2. Test, 10mg oral

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kleinerkiffer84
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2C-E der 2. Test, 10mg oral

Beitragvon kleinerkiffer84 » 26. Dez 2018, 20:59

Ich komme gerade von meinem 2. Test mit 2C-E zurück. Erstaunlicherweise haben auch 10mg oral einen relativ subtilen Effekt, der nur dann voll zu Tage tritt, wenn man sich bei geschlossenen Augen
darauf einlässt, ähnlich wie ein Salvia Level 1-2 Trip, weshalb der Bericht sehr kurz ist. Möglicherweise hat die Lösung im Fläschchen aber durch die lange Lagerung etwas an Potenz verloren. Nachlegen wollte ich nicht, da ich die Substanz
noch nicht gut genug kenne und durch die möglicherweise durch die Initialdosis ausgebildete Toleranz, das Ganze nur eine Materialverschwendung gewesen wäre.
Jedenfalls nahm ich 10mg oral ein und wartete erstmal eine Stunde ab, bis sich für einige Minuten ein deutlicher Bodyload mit erhöhter Herzfrequenz und parallel dazu ein Leichtigkeitsgefühl
ähnlich einer leichten Dosis MDMA einstellte. Ich merke gerade, jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, ist die Wirkung doch noch nicht ganz weg. Ich bin klar im Kopf, sehr sogar, sogar mehr als im Alltag,
aber ich bin noch nicht ganz nüchtern. Das ist sehr schwer zu sagen, was anders ist. Mein Ich ist etwas anders, mir fällt auf, dass ich die ganze Erfahrung über, nie über Probleme nachgedacht habe,
die derzeit im Alltag aktuell sind, genauer gesagt, ich habe sie nicht aus der Ego-Perspektive heraus gesehen, wie ich sie im normalen Alltag sehe. Das war schon ein interessanter Input und Denkanstoss,
den ich in den Alltag mitnehmen muss. Auch jetzt bin ich noch nicht ganz das alte Ich, sondern...das kann ich nur schwer formulieren, ich kann nicht genau in Worte fassen was diese Substanz "von mir will".
Bei diesem Test traten übrigends gar keine körperlichen Nebenwirkungen auf, dh. der Durchfall beim ersten mal kam nicht vom 2C-E selber, jedoch das 2C-E hat in diesem Moment perfekt als reinigende Hilfe
gewirkt. Ich merke beim Schreiben gerade, ich springe mit den Gedanken schnell hin und her, ähnlich wie bei Cannabinoiden, nur das ich mich sehr klar fühle und subjektiv extrem schnell schreibe,
durch die stimulierende Wirkung.

Nachdem für einige Minuten ein starker Bodyload mit erhöhter Herzfrequenz bestand, setzte auch ein ausgeprägtes Kältegefühl ein. Obwohl im Raum hier die Heizung läuft, war mir kalt.
Etwa 1.5 Stunden nach der Einnahme wich diese Kälte einem Wärmegefühl und einer subtilen Euphorie. Dann ging auch die psychedelische Wirkung allmählich los. Jedoch war es wichtig die Augen zu schliessen
und sich treiben zu lassen, man konnte die Wirkung unterbrechen wenn man die Augen öffnete. Es setzten zunächst CEVs ein, die wie ein sich öffnender Fächer aussahen und violett und neongrün waren.

Ich bekam mehr und mehr ein Gefühl der Loslösung sowohl von meinem Körper als auch vom Planet Erde, dabei hatte ich das Gefühl, die Weltkugel von aussen, wie aus dem Weltraum zu sehen, was sofort
jegliches Alltagsproblem stark relativierte. In einer spielerischen Weise und mit einer fast kindlichen Weltanschauung konnte ich metaphorisch mit der Weltkugel in den Händen spielen und konnte die
Probleme, die auf ihr existieren, nicht mit dem herkömmlichen Erwachsenenbewusstsein nachvollziehen.

Dann begann sich mein Ich mehr und mehr zu entfremden. Im nächsten Moment war ich ein urzeitlicher Vogel, so etwas wie ein Archeopteryx, der über meinem irdischen Körper flog.
Ich sah meine Gedankenwelt plötzlich aus der Sicht von diesem Urvogel. Vor der Reise nahm ich mir vor, mit Intention in den Trip zu gehen und einige Probleme aus einer anderen Sichtweise zu betrachten.
Nun fiel mir auf, dass aus der Sicht von diesem Urvogel all diese Probleme nicht existieren. Die gesamte Realität mit den vermeintlichen Problemen existiert nur in meinem Kopf und ist objektiv nicht haltbar.
Das erschaffe ausschließlich ich und sonst niemand. Als Urvogel konnte ich meine Gedankenwelt die ich im Alltag habe, nicht reproduzieren. Ich als Urvogel hatte nur ein sehr simples archaisches Bewusstsein,
fressen und überleben in der Wildnis, über die ich in Gedanken flog. Es war eine Dschungellandschaft aus der Saurierzeit, die eine computerartige Grafik hatte und plötzlich kam mir das Spiel Turok 2 in den Sinn.
Erstaunlich, dass ist ein Computerspiel, dass ich wohl vor 15 Jahren mal gespielt haben muss und welches mir nun wieder in den Sinn kam. Genau so wie in diesem Computerspiel sah diese Landschaft aus,
über die ich nun als Urvogel flog. Noch einmal versuchte ich bewusst einige Dinge aus dem Alltag durchzudenken und stellte abermals fest, dass ich als Urvogel diese Sichtweise nicht reproduzieren kann.
In meinem Kopf existierte nur ein triviales Reptilienbewusstsein, welches auf nacktes Überleben ausgelegt ist und nicht "zwischen den Zeilen" fühlen kann. Es kann die menschliche Denkweise nicht verstehen.
2C-E scheint auf jeden Fall eine Droge zu sein, die auch das Ego, das Ich stark angreift und transformiert, wobei es hier einen Hang zu archaischen Rollen zu haben scheint. Bei diesen Metamorphosen des Ichs
wird mir immer klar, dass nicht nur die Realität absolut nicht das ist was sie zu sein scheint, sondern auch der Begriff "Ich" völlig schwammig ist. Ich könnte alles sein! Nur aus irgend einem Grund
bin ich im sogenannten irdischen Leben vorübergehend ein Mensch, tatsächlich ist aber auf lange Sicht gesehen, das Ich formbar und frei. Hätte ich nie 2C-E genommen, wüsste ich nicht, wie es sich anfühlt
ein Archeopteryx zu sein.

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Zwischendurch öffnete ich kurz die Augen. Der Texteditor vor mir am Bildschirm begann subtil zu morphen in einer Weise wie es jener von 2C-B nicht unähnlich ist, eine leichte Ich-Entgrenzung setzte ein
und ich bekam subtil ein Gefühl dafür, dass ich selber ein Teil des grossen ganzen kosmischen Flusses bin. Es gab keine scharfe Abgrenzung mehr zwischen dem Fluss, von dem der Bildschirm ein Teil war
und mir selber. Auch hier war in gewisser Weise alles Eins. Im Grunde wie bei DMT, nur aus einer anderen Sichtweise präsentiert. Auch in den CEVs waren nun einige Sequenzen dabei, die mich an die
Optik von 2C-B erinnerten. Es waren verwaschene Regenbogenfarben, die wie äusserst abstrakte Kunst wirkten. Einmal ergoss sich aus der linken oberen Ecke des Blickfeldes ein Spotlight aus Regenbogenfarben,
das synästhetisch leuchtete und in unzählige glitzernde Dreiecke auseinander flog.

Nun setzten deutliche Synästhesien ein, bei welchen es sich vornehmlich um geschmackliche Synästhesien handelte. Ich stellte mir vor, was für eine Geschmacksexplosion ein simples Stück Brot sein könnte.
Ich holte mir aber nichts zu Essen, weil ich die Visionen nicht wegen etwas so trivialem unterbrechen wollte, sondern ich lauschte weiter gespannt dem 2C-E was es mir an neuen Sichtweisen offenbaren möchte.

Als ich die Augen wieder schloss, traten mehr und mehr Gedankenflashes auf, die 1:1 dem entsprechen, was man von synthetischen Cannabinoiden kennt, wobei hier im speziellen jener Effekt ausgeprägt war,
der einem innerhalb 1 Sekunde subjektiv unzählige Frames und Gedankenflashes erleben lässt, was einen starken Staucheffekt der Zeit zur Folge hat. Jeder Gedankenflash war dutzende Male wiederholt, in einer
Weise die mich fast ein wenig an die übereinanderliegenden Telefonbuchseiten im Salviabuch erinnerten. Jede dieser Seiten, dh. jeder duplizierte Gedankenflash war so etwas wie eine alternative Parallelwelt,
die mein Ich auch gerade durchlebte. Ich stellte mir vor, wie ich mich über ein Waschbecken beuge und es mich vibrierend in diesem Moment festfriert, eine bessere verbale Beschreibung fällt mir nicht ein.
Es war als ob dieses Gedankenbild mit einer hohen Frequenz zittern würde, ähnlich wie das Standbild auf alten VHS Kassetten und jeder Zitterer war eine alternative Parallelwelt, eine andere Buchseite, die das
Ich in diesem Moment auch gleichzeitig erlebte. Da das Ich innerhalb jeder Sekunde, so viele Gedankenflashes die alle parallel existierten durchlebte, schien die Zeit so stark gedehnt zu sein, dass diese
praktisch stillstand, man war im Moment der Sekunde eingefroren.

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Insgesamt kam es mir nun so vor, wie ein Trip auf synthetischen Cannabinoiden nur erheblich leichter steuerbar. Auf Cannabinoide wird man so paranoid, so verwirrt, die Persönlichkeit so zerfressen,
dass man denkt man wird nicht mehr normal. Das ist bei 2C-E nicht der Fall. Nach 10mg 2C-E hätte ich mich sogar noch auf die Strasse hinaus getraut, bei Cannabioniden ist das nicht möglich, da wird man so
paranoid, dass man sich nichts mehr zutraut. 2C-E ist wie Cannabinoide, aber sehr viel klarer, ohne Paranoia und leichter steuerbar. Ich hatte den Eindruck, dass ich einen Vorgeschmack bekam wie es
wäre, wenn die Wirkung bei höherer Dosis voll ausgeprägt ist. Es waren genau so wie bei synthetischen Cannabinoiden diese zunächst alltäglichen Gedankenbilder, die immer mehr entfremdet wurden, bis sie sich in psychedelische
Artefakte verwandelt hatten die das zuvor präsente Gedankenbild codiert hatten und schnell in psychedelischen Farben zu pulisieren begannen wobei der angesprochene Wiederholungseffekt etwas deutlicher
ausgeprägt zu sein scheint, als bei Cannabinoiden. Eben diese schnell hämmernden Gedankenbilder, mit Wiederholungs- und Nachzieheffekt, die einem innerhalb von 1 Sekunde so viel durchleben lassen.
Zusätzlich nimmt bei 2C-E das Ich noch eine arachaische Rolle ein und dieser morphende fließende Effekt den man von 2C-B kennt, scheint bei 2C-E auch in einer ähnlichen Weise hinzu zu kommen.
Ich konnte mir vor dem geisitgen Inneren Auge vorstellen, wie die volle Wirkung von 2C-E sein muss, konnte es aber unterbrechen sobald ich die Augen öffnete.

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Im Anschluss folgte dann nochmal eine Sequenz in welcher ich wieder Teil eines Flusses war. In einer metaphorischen Weise und mit einer Art und Weise die mich sehr an Salvia erinnerte und vor allem
an das Lied von Bonobo - Cirrus, welches definitiv durch Salviaerfahrung entstanden ist, war ich Teil von einem Fließband, das einen ganzen Raum ausfüllte, viele Kurven hatte und sich auch immer wieder
wiederholte. Auf diesem Fließband liefen braune Flaschen entlang und jede Flasche war eine mögliche Ausprägung meiner Selbst. Dabei waren die Oberflächen mit diesen synästhetischen Emotionen und Flashes
überzogen, die mich sehr stark an Cannabinoide erinnerten. Dann folgten noch weitere Fließbandvisionen die ebenfalls durch einen inneren Raum gingen, irgendwie eine Ähnlichkeit mit Salvia aufwiesen
und diese Vielschichtigkeit des Seins untermauerten. Nach etwa 1 Stunde Peak klang die psychedelische Wirkung dann ab.

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Jetzt während dem Schreiben vom Text, merke ich einen etwas anstrengenden Bodyload, welcher dem von Moxy nicht unähnlich ist, gleichzeitig fühle ich mich stimuliert, aber wie visionäre Hauptwirkung
scheint vorbei zu sein, wenn auch die Wirkung noch nicht zu 100% abgeklungen ist. Dafür stellt sich nun mehr und mehr ein MDMA ähnliches Körpergefühl ein, diese Leichtigkeit als würde man wie eine
Feder über den Boden schweben. Jetzt sind auch die Pupillen stark erweitert und bedecken mehr als 50% der Iris, obwohl die visionäre Hauptwirkung abgeklungen ist. Wie auch bei vielen anderen Psychedelika
habe ich nun das Bedürfnis Psytrance zu hören und mich treiben zu lassen. Den Effekt werde ich bei guter Musik noch auskosten.

Jetzt ist der Bericht doch noch etwas länger geworden als ursprünglich gedacht. Mir ist es einfach wichtig, jede psychedelische Erfahrung so detailgetreu zu dokumentieren und konservieren wie möglich, um sie für die Nachwelt greifbar zu machen. Ich bin der festen Überzeugung, dass in den Psychedelika alle Weisheit und die Rettung für die Menscheit begraben liegt. Mittlerweile sehe ich es als eine Lebensaufgabe von mir an, die Wirkung von Psychedelika zu dokumentieren, auch wenn ich mich damit paranoid verstecken muss und ein Verbrecher bin.
Ausgesetzt in der Salviawelt, bei mir habe ich nur meine Bong und ein Feuerzeug. Entitäten werden mich begleiten. Ich zeige Ihnen, wie man hier überlebt!

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