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Re: Diagnose: Hörsturz - Heilung mit Ginkgo

Verfasst: 24. Okt 2019, 15:19
von Leuchtkugel
Heute war ich dann beim Arzt.
Nachdem in der Klinik der Wahl hier in meiner Stadt auch nach mehrmaligen Anrufen niemand abhob, entschied ich mich dazu doch wieder in der Ganzheitlichen HNO Klinik anzurufen.

Das Messergebnis zeigte, der Hörsturz ist immer noch genauso stark ausgeprägt wie zu beginn, genauer gesagt hat sich das Ergebnis sogar noch ein wenig verschlechtert.
Der Ginkgo konnte bei mir also tatsächlich nur die Symptome des Hörsturz für je etwa 2 Wochen unterdrücken und in Kombination mit meinen ganzen amateurhaften ganzheitlichen Bemühungen, hat es die Krankheit nicht nur nicht geheilt, sondern reichte leider nur dazu aus den Schaden zu begrenzen.
Der Tinnitus ist aber zweifellos leiser geworden, hier wirkt das Zusammenspiel sehr gut.
Ich schätze mal der Hörsturz ist dagegen ein zu schwerer körperlicher Schaden für sanfte Medizin + eingeschränkte Selbstheilungsfähigkeiten wie die meinen.
Also wird es jetzt harte Medizin + sanfte Medizin + eingeschränkte Selbstheilungsfähigkeiten wie die meinen. ^^

Das neue Medikament, für das mir die Ärztin ein Rezept gab, nachdem ich die Cortison Infusion erneut ablehnte, nennt sich "Prednisolon acis 50mg".
Wirkstoff ist Prednisolon.
Ich habe bei Wikipedia mal nachgesehen, da steht nichts von Cortison dran, ist das vielleicht ein ganz anderer Wirkstoff? (ich dachte eigentlich das sind Cortison Tabletten)
Die Dosierung ist auch ungewöhnlich, am 1. Tag 4 Tabletten, am 2. Tag 3 Tabletten, am 3. Tag 2 Tabletten und am 4. Tag 1 Tablette und zwar alle Tabletten stets auf einmal, nach den 4 Tagen ist die Schachtel auch schon leer.
Schmecken tut das Zeug übrigens penetrant widerlich und bitter und das auch noch einige Zeit nach der Einnahme. Erstes ist ja gut, auch wenn es schon sehr krass widerlich schmeckt, letzteres dagegen finde ich ziemlich kacke.

Den Ginkgo nehme ich weiter um die Lautstärke des Tinnitus noch stärker zu reduzieren.

Re: Diagnose: Hörsturz - Heilung mit Ginkgo

Verfasst: 24. Okt 2019, 18:14
von harekrishnaharerama
Genau dasselbe in Grün, wenn Du mich fragst.
Prednisolon (1,2-Dehydrocortisol; früher auch Metacortandralon oder Deltahydrocortison genannt) ist ein synthetisches Glucocorticoid.
https://de.wikipedia.org/wiki/Prednisolon

Re: Diagnose: Hörsturz - Heilung mit Ginkgo

Verfasst: 27. Okt 2019, 15:53
von Leuchtkugel
Heute habe ich die letzte Prednisolon Tablette genommen.
Heute fühle ich mich gut.
Gestern und Vorgestern aber war das noch etwas ganz anderes.

Die letzte 2 Tage waren die Hölle, insbesondere gestern fühlte ich mich aufgrund der Wirkung des Prednisolon auf meine Ohren, ziemlich übel.
Denn das Prednisolon wirkt anders als der Ginkgo, während bei letzterem sehr schnell die Symptome einfach verschwunden sind, führte das Cortison dazu, das es erst einmal schlimmer wird.
Es fühlte sich so an als würde der starke Druck auf meinem linken Ohr der durch den Hörsturz entstanden ist, sich durch das Prednisolon in einen imaginären Ohrstöpsel verwandeln, durch den ich noch einmal deutlich schlechter Hören konnte als sowieso schon und dann stieg auch noch die Geräuschempfindlich aufs extremste an, das selbst leise Geräusche schon begangen mir im Ohr unangenehm stark und schmerzhaft zu dröhnen.

Normalerweiße ist Samstag ein Anime Tag bei mir, nachdem ich mir gestern aber einen angeschaut hatte, verschob ich sie alle auf heute, weil ich in diesem Gehörzustand überhaupt keine Freude daran finden konnte.
Ich weiß gar nicht mehr wie Oft ich gestern völlig verpeilt mit einem unglaublich unangenehmen Entgrenzungsgefühl vom Rest der Welt da lag oder irgendwo ins leere blickte und Angst hatte das es nicht mehr aufhört, sondern immer schlimmer wird bis ich völlig taub bin, während ich mich in irgendwelchen wirren Fiebertagträumen vor dem geistigen Auge aus purer Verzweiflung zig mal umgebracht habe.
Hinterher habe ich mich dann jedes mal an die höheren Mächte gewendet mit der bitte das das doch bitte nicht passieren soll.

Ganz ehrlich, das war schlimmer als jeder Horrortrip den ich je auf LSD hatte.
In meiner Kindheit war der Umgang mit den beiden Hörstürzen auch immer sehr schwierig und auch immer wieder sehr sehr unangenehm, aber es wurde nie derart heftig wie gestern.
Das ist auch gut so, denn im Alter von 10 bzw. 13 Jahren hätte ich bei so etwas geschrien wie am Spieß, was es nur noch schlimmer gemacht hätte.

Irgendwie scheint mir das Leben als Mensch so zu sein, das der Schwierigkeitsgrad mit zunehmendem Alter immer stärker anzieht.

Re: Diagnose: Hörsturz - Heilung mit Ginkgo

Verfasst: 29. Okt 2019, 00:01
von chronic
Das von dir beschriebene Einnahme Schema ist gängig. Erst einschleichen, kurze Plateuphase und dann wieder raus. Eigentlich führt Cortison nicht dazu das es erst einmal schlimmer wird. Primär besteht die Wirkung darin das es auf entzündliche Prozesse hemmend wirkt. Das was du erlebt hast war mit Sicherheit das Lösen der wochenlang verfestigten Tinnitus. Das Prednisolon oder andere Corticoide in der von dir angegebenen Dosis schmerzhafte Symptome machen habe ich nie erlebt. Am besten das nächste mal nicht aus Halbwissen lange warten sondern direkt mit einem Corticoid einsteigen. Erspart einem einige Probleme. Wenn du dich eingehender mit den Corticoiden, speziell den Glucocorticoiden beschäftigst wirst du feststellen das die überzogenen Ängste aus Zeiten stammen wo man mit dieser Stoffklasse noch nicht so gut umgehen konnte wie heute. Sicher sind diese Medikamente nicht ohne, doch bei sachgemäßer Anwendung und normalen Wehwehchen weniger schädlich als zum Beispiel die halb natürliche Acetylsalicylsäure, kurz ASS die im Aspirin steckt. Anders sieht das bei deftig Kranken aus die auf hohe Dosen über Monate angewiesen sind. Da kumulieren mit der Zeit die Probleme.
Leuchtkugel hat geschrieben:
27. Okt 2019, 15:53
Irgendwie scheint mir das Leben als Mensch so zu sein, das der Schwierigkeitsgrad mit zunehmendem Alter immer stärker anzieht.
Das ist so.


Weiter gute Besserung.

Re: Diagnose: Hörsturz - Heilung mit Ginkgo

Verfasst: 29. Okt 2019, 12:02
von Leuchtkugel
Der Hörsturz hat sich "gelöst" (hoffentlich) und nicht der Tinnitus! (Ein Tinnitus ist ein Ton im Ohr, bei mir ein Pfeifen)
Letzterer ist immer noch da, was auch nicht anders zu erwarten war.
Die Symptome des Hörsturz sind gegenwärtig jedenfalls weg, das hatte ich aber ja auch schon beim Ginkgo, weshalb ich noch vorsichtig bin und erst mal abwarte was die kommenden Tage zeigen.

Ich kann noch etwas näher darauf eingehen wie sich das Prednisolon anfühlte, als es seine Arbeit verrichtet hat.
Es war kein Gefühl des Lösens von irgendetwas, sondern viel mehr so, als würde eine offene Wunde abgedichtet werden.
Als würde eine Mauer aus Creme in meinem Ohr errichtet, die dort verhärtet und dieses Gefühl eines Ohrstöpsels im Ohr auslöste, das nun anstelle des starken Druckgefühls des Hörsturzes im Ohr trat.
Hand in Hand damit, hörte und fühlte sich mein Tinnitus stärker und stärker entzündet an, auch ist er damit wieder etwas lauter geworden.
Der Ginkgo macht hier aber weiter gute Arbeit, sodass sich beides bereits wieder gebessert hat.

Ich kann aber nicht sagen ob das eine Nebenwirkung des Prednisolon ist, oder ob es der Hörsturz war, der bis dahin verhindert hat, das ich das so wahrnehmen konnte.
Jedenfalls, ab dem ersten Tag der Einnahme des Prednisolon, fühlte sich der Hörsturz nach einer entzündeten Wunde im Ohr an, die mit einem unsichtbaren Ohrstöpsel abgedichtet war, dabei aber leider eine sehr stark ausgeprägte Geräuschempfindlichkeit entwickelte, welche mir jeden Spaß am leben nahm.

Genau das ist ja auch eines der Hauptsymptome eines Hörsturz, die Überempfindlichkeit gegenüber allen möglichen Geräuschen, die dann im Ohr Schmerzen auslösen.
Gerade dieses Symptom war in den ersten 3 Tagen der Prednisolon medikamentierung noch einmal deutlich stärker ausgeprägt als es die ganze Zeit vorher, ohne dieses Medikament der Fall war, sodass sich die Erkrankung während der Behandlung mit Prednisolon mit Abstand am schlimmsten anfühlte.

Eine Nebenwirkung ist mir noch aufgefallen, das Prednisolon verschließt definitiv das 3. Auge und zwar mit ziemlich viel Nachdruck.
Das war in dem Moment der Krankheit aber gar nicht so schlecht, da ich mich so besser auf die Genesung konzentrieren konnte und nicht ständig von irgendwelchen Gestalten, die ich normalerweise irgendwo sehe abgelenkt wurde.
Im Falle so eines miesen und instabilen Gemütszustanden sehe ich da ohnehin wenig schönes und viel grässliches, weshalb ich diese Nebenwirkung im Fall einer Heilanwendung jetzt nicht unbedingt als etwas schlechtes einstufen würde.

Re: Diagnose: Hörsturz - Heilung mit Ginkgo

Verfasst: 6. Dez 2019, 16:08
von Leuchtkugel
Am Dienstagfrüh nahm ich die letzte von insgesamt 150 Ginkgo Tabletten.
Und ich war unendlich froh, das ich endlich keine mehr schlucken muss.

Der Tinnitus ist während der Einnahme fast vollständig auf den Ausgangszustand zurück gegangen.

Nebenwirkungen könnten durch den langen Konsum, Ungeduld, Gereiztheit und Aggressivität gewesen sein.
Irgendetwas in mir hat gegen Ende begonnen, sich gegen die Wirkung des Ginkgo mehr und mehr zu wehren, da er sich immer stärker auf mein Gemüt niederlegte.
Das führte dann dazu das ich mich ganz schön durchringen musste, um sie bis zum Schluss einzunehmen.
Das hatte was von einem nüchternen LSD Trip, der gerade dabei war das Ego kräftig zu bearbeiten und das über Wochen hinweg, das ist nicht wirklich angenehm.
Seitdem ich die letzte Tablette geschluckt habe, fühle ich mich nun stärker als jemals zuvor und bin wirklich froh das es jetzt vorbei ist und ich es bis zum Schluss durchgezogen habe.

Also sowohl das Cortison hatte heftige Nebenwirkung als auch der Ginkgo vor allem im letzten Monat seiner Medikamentierung.
Der Ginkgo hat hier zweifellos im Kopf noch etwas anderes getan als nur den Tinnitus leiser zu machen.
Er hat die übelsten Dinge aus mir hoch geholt, mit denen ich dann fertig werden musste, was mich zeitweise wirklich geschlaucht und bis an die Grenze des Wahnsinn getrieben hat und auch einiges an Cannabis, LSD und Räucherwerk verheizen musste, sowie jede Menge Liebe von meinen Spirits benötigte um mit diesen Dingen fertig zu werde.

Der Herbst ist allgemein eine Zeit, in der ich immer etwas mit dem Leben zu kämpfen habe.
Der Herbst 2019 war sehr heftig und findet sich auf jeden Fall in den Top 5 der unangenehmsten Herbste meines Leben wieder.

Mit meiner Ayahuasca Erfahrung zur Wintersonnenwende, werde ich das ganze negative Zeug das da Hochgekommen ist restlos auskotzen und so ganzheitlich gereinigt, voller power ins nächste Jahr gehen.