Eine Spirale aus Nichts - Trip mit 30mg 2-oxo-PCE

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kleinerkiffer84
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Eine Spirale aus Nichts - Trip mit 30mg 2-oxo-PCE

Beitrag von kleinerkiffer84 » 3. Sep 2021, 11:26

Ich muss hier noch einen 2-oxo-PCE Trip von neulich nachreichen.

Gestern führte ich einen weiteren Versuch mit 2-oxo-PCE durch. Dieses Dissoziativum fällt durch seine enorme Potenz und seine steile Dosis-Wirkungskurve auf. Ich konsumierte insgesamt 30mg. Diese 30mg teilte
ich mir in 2 Lines auf, die ich etwa eine halbe Stunde zeitversetzt gezogen hatte. In der Phase des Anflutens erinnert es sehr an klassisches Ketamin. Es erzeugt diesen sehr wohligen und fluffigen Zoom-Out
Effekt, zu den man sich parallel wunderbar zu einem Youtube Video über Ketamin treiben lassen konnte. Mit zunehmender Intensität der Wirkung wird die Wirkung jedoch schon deutlich anders. Man merkt das es
ein Ketaminderivat ist, es handelt sich um N-Ethyl-Deschlorketamin. Es hat Ähnlichkeiten mit Ketamin, aber auch deutliche Ähnlichkeiten mit Salvia und MXE. Jedoch kennt man 2-oxo-PCE nicht, wenn man die
genannten 3 Substanzen einzeln kennt, denn in Summe hat es schon wieder einen ganz eigenen Charakter. Man kann sich das in etwa so veranschaulichen, als ob man einen Schauspieler, den man aus einem Film kennt,
nun in einem ganz anderen Film in einer anderen Rolle sieht. Man kennt ihn, aber der Kontext ist unterm Strich doch deutlich anders. So verhält es sich auch hier. 2-oxo-PCE hat Aspekte die man von den 3
bekannteren Substanzen kennt, jedoch hat es in Summe schon einen ganz eigenen Charakter. Wie bei meinem letzten Ketamintrip habe ich es nun auch bei 2-oxo-PCE so gemacht, dass ich mir in den Phasen in denen
ich nicht ganz weggetreten war, Sprachnotizen am Handy gemacht habe um die Wirkung am Tag danach besser greifen und reproduzieren zu können.

Wie gesagt, in der Phase des Anflutens hat es deutliche Ähnlichkeit mit Ketamin. Vor allem offenbart sich hier ein therapeutischer Aspekt der dahingehend genutzt werden kann, dass man einen starken Zoom-Out
Effekt von sämtlichen Unzulänglichkeiten des Alltags erfährt. Alles ist einfach einen Meter weiter weg sozusagen, dazu kommt ein sehr wohliges und fluffiges Opiatfeeling. Bei zunehmender Wirkung nimmt diese
dann sehr rasch enorm starke dissoziative Züge an, welche nur äusserst ungenügend in Worte gefasst werden können. Was sich zunächst einstellte, war eine immer stärkere Reduktion von meinem Selbst. Das
wurde begleitet von einer rotierenden, sehr abstrakt wirkenden Spirale, vor meinem geistigen Inneren Auge, die mich etwas an ein Salviawheel erinnerte. Durch die Rotation schien es, als ob Aspekte meiner
Selbst materiellen Charakter angenommen hatten und dann als etwas substanzielles von mir wegkatapultiert werden, indem dieses Gebilde aus "materialisiertem Ich" in Rotation inbegriffen war.

Bild

Typisch bei 2-oxo-PCE ist, dass man nach der vollständigen Dissoziation nicht in einem K-Hole verharrt, sondern man wird oftmals auch in andere Parallelwelten katapultiert und hat den Eindruck, dort das
Leben anderer Personen zu führen, ähnlich wie man es von Salvia kennt. Ich hatte plötzlich das Gefühl, ich bin in den 70er Jahren und führe das Leben meiner Eltern. Dabei war ich nicht direkt in ihren Körpern,
sondern ich war so etwas wie ein reines Bewusstsein, so etwas wie ein Geist oder Seele, dass in einem Raum präsent war, der Aussah, wie die Einrichtungen in den 70er Jahren, mit diesen typischen Tapeten,
die man damals hatte. Teilweise hatte ich auch Metamorphosen, ähnlich wie bei Salvia. Ich hatte das Gefühl, ich bin diese Tapete an der Wand und beobachte so das Sein in diesem Raum, ohne aber direkt mit
diesem interagieren zu können, weil ich mich durch die ausgeprägte Dissoziation gleichzeitig von diesem wieder maximal abgespalten hatte und überhaupt nur ein Wesen aus reinem Geist war. Reines beobachtendes
Bewusstsein, ohne Emotionen. Den ganzen Trip hindurch hatte ich phasenweise immer wieder mal das Gefühl, ich durchlebe Passagen vom Leben anderer Menschen in deren Vergangenheit, die ich aber in dieser
Realtität nicht kenne.

Nun wurden Begriffe wie "Realität" und "Ich" immer kontingenter und immer schwieriger greifbar. Die gesamte Existenz, also zum Beispiel die oben beschriebenen Szenen in der Vergangenheit anderer Menschen,
erfuhr ich nicht nur in einer völlig dissoziierten Weise, sondern ich nahm diese Aspekte der Existenz auch noch in einer nur sehr ungenügend in Worte fassbaren Weise, invers wahr. Es gibt bei Salvia so einen
Effekt, den ich immer als "umgestülpt" bezeichne. So ähnlich war es hier auch. Es ist, als ob man die Existenz von innen nach aussen betrachten würde, umgestülpt eben. Es gibt kein wirklich besseres Wort
dafür und genau dieser Aspekt, welcher im Gehirn für eine äusserst eigenartige Verwirrung sorgt, gibt der Substanz auch einen gewissen garstig-anstrengenden Charakter, ähnlich wie Salvia, obwohl sie durch
die ketaminähnliche Wirkung in Summe schon eher als euphorisch wahrgenommen wird. Man kann sich das vorstellen, wie einen Socken, den man umstülpt, so dass das Innere dann aussen ist. In so einer ähnlichen
Weise wird durch die ausgeprägte dissoziative Komponente der Substanz, jegliche Wahrnehmung im Innen und Aussen erfahren. Durch die rapide stärker werdende Dissoziation und dieser völlig bizarren inversen
Sichtweise, konnte auch immer schwieriger in Worte gefasst werden, was ich selber eigentlich bin. Ich weis noch, ich hatte mal über Minuten das Handy in der Hand und versuchte Worte zu finden, wer oder
was ich bin, aber ich musste feststellen, dass dies nicht möglich ist. Mein Selbst war zunächst völlig reduziert auf reines Bewusstsein, dass entweder im freien Raum schweben konnte, oder in einem Gegenstand
"festgefahren" sein konnte. Das ist noch einigermaßen greifbar und in Worte zu fassen, aber die Natur meiner Selbst wurde noch abstrakter, noch schwieriger zu greifen, noch inverser, sodass letztlich einfach
der Duden keine Worte dafür hergibt. Ich war so etwas wie ein Torus aus grünlichem Licht, der genau mit diesem knatternden Geräusch, dass die ganze Zeit über zu hören war, im Takt vibrierte. Dabei war auch
diese Vibration invers und auch das Sein dieses grünen Torus ansich. Das ist kaum greifbar, wie gesagt, alles Sein war "umgestülpt" es gibt kein besseres Wort dafür. Im Laufe der Zeit verwandelte sich das
knatternde Geräusch in so etwas wie inverse Musik, bzw. "Nicht-Musik". Es war so, als würde man alles, was in dieser äusserst abstrakten und nicht in Worte fassbaren Sphäre in einer inversen Weise betrachten,
von der anderen Seite, umgestülpt, von innen nach aussen, es gibt kaum ein Wort, dass wirklich treffend an diese Form der Realitätswahrnehmung rankommt. Umgeben war dieses "Nicht-Ich" von äusserst
abstrakten und rudimentären 2 dimensionalen Flächen, die mich an die Grafik von alten Computerspiele erinnerten und die Farben grün und orange hatten.

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Als der Höhepunkt der Wirkung etwas abgeklungen war, nahm mein Selbst wieder vergleichsweise "normalere" Formen an und ich war nun ein Zaun, am Rande von einem Festivalgelände.
Das war völlig normal und was mir an dieser Stelle auffiel war, dass ich den Trip nun luzid beinflussen konnte. Solange ich die Augen geschlossen hatte, konnte ich selber bestimmen was ich bin. Begonnen
habe ich wie von selber als Zaun auf einem Festival, aber ich konnte mich von diesem Zaun dissoziieren und die Wiese sein, aber ich konnte auch völlig abstrakte Gestalt annehmen, ich konnte zum Beispiel
der Raum sein, in dem das Festival stattfindet. Damit meine ich nicht die Wiese, sondern wirklich den Raum, der 3 dimensionale Raum in welchem dieses Geschehen stattfindet. Das Ich war in einer luziden
Weise vollkommen wandelbar solange ich die Augen geschlossen hatte und es war möglich einfach der Raum zu sein. Ich als Raum, war erfüllt mit beobachtendem Bewusstsein, welches wiederum in jede Person
oder Gegenstand hineinschlüpfen und sich als dieser fühlen konnte. Diese Metamorphosen lassen den Charakter des Selbst, so wie man es aus dem Alltag kennt, grundsätzlich hinterfragen und auch solche Dinge
wie Leben und Tod ad absurdum führen, weil man erkennt, dass das Bewusstsein ansich, tatsächlich in Abwesenheit der Körpers existieren kann. Das kannte ich bereits von Salvia, aber es ist wirklich erstaunlich,
es sozusagen von einer anderen Substanz, die an anderen Rezeptoren wirkt, nochmal in anderer Weise bestätigt zu bekommen. Das Ich ist absolut nicht auf den Körper und Geist beschränkt, den man im Alltag
im Spiegel sieht. Das wahre Selbst, ist reines, omnipräsentes Sein, dass keinen Körper braucht und völlig wandelbar ist. Schwierig zu greifen ist, dass scheinbar tote Dinge wie ein Zaun oder auch völlig
abstrakte Dinge wie der Raum, mit Bewusstsein, mit Ich erfüllt werden können. Das Ich kann jegliche Gestalt annehmen und in jedes noch so abstrakte Sein schlüpfen und dort als neutraler Beobachter agieren.
Es ist als ob man Wasser in einen Krug giesst, Wasser in eine Kanne giesst, das Wasser nimmt immer die Form des Gefäßes an, so war es auch hier mit dem Bewusstsein, welches in allem und jeden Sein konnte.

Nach etwa 3 Stunden lies die Wirkung allmählich so weit nach, dass ich wieder wusste, ich bin ein Mensch der gerade auf 2-oxo-PCE trippt. Beim runterkommen von 2-oxo-PCE fühlt sich der Körper auf eine ganz
spezielle Weise seltsam an, die ich so nur von 2-oxo-PCE kenne. Wenn ich die Hände öffne und schliesse, dann ist es so, als ob die Finger hohl wären und aus Papier sind, besser kann man es nicht in Worte fassen. Ähnlich wie
bei Ketamin ist die Motorik stark verändert. Ich stand aus meinem Tripstuhl auf und begann mit Robotermotorik einen CBD Joint zu bauen. Dabei war auch der Prozess des Joint bauens noch geprägt von dieser
oben beschriebenen inversen Nicht-Existenz. Auf Dissoziativa einen Joint zu drehen ist sowieso schon eine Mission, aber hier war bei offenen Augen ebenfalls dieser inverse Effekt zu bemerken. Ich sah am
Regal das Longpape mit dem Gras und dem Mapacho drauf liegen, aber ich nahm es invers wahr, so als ob es nicht existieren würde, genauer gesagt, so als ob ich es aus einer Perspektive betrachten würde,
die im Alltag absolut nicht zugänglich ist und die den Kausalitäten der Quantenphysik nahekommt, in welcher der Beobachter alleine durch die Beobachtung das Messergebnis und die Existenz des Beobachteten
ansich bestimmt. Das ist mit Alltagsverstand kaum greifbar, aber unter der Restwirkung von 2-oxo-PCE war es völlig normal, dass dies so ist. Es war, als ob dieser Joint nur in einem bestimmten Bezugssystem,
in einem bestimmten Kontext existiert. Ich konnte nun beide Zustände gleichzeitig sehen, ich konnte sehen dass er existiert, aber ich konnte auch jene Parallelwelt und jene Sichtweise erfahren in der er
nicht existiert. Diese beiden Zeitlinien hatten sich hier räumlich überkreuzt und Existenz und Nichtexistenz waren beide in gleicher Weise real und gültig, jede für sich, in ihrem gewissen Kontext, wie Schrödingers Katze.
Als dann endlich mal diese Tüte fertig war, wankte ich mit Robotermotorik nach draussen um sie zu rauchen. Dabei fiel mir wieder auf, dass Nikotin, die Wirkung von Dissoziativa noch einmal erheblich zurückholen kann.
Noch einmal setzte eine starke dissoziative Wirkung ein, bei der alles durchschschossen war von einem weissen Rauschen, von dem ich mich aber gleichzeitig wieder dissoziiert hatte. Dieses weisse Rauschen
war der Tryptaminsummton, aber eben invers wahrgenommen. Mein wahres Selbst löste sich nochmal von Körper, blieb aber im Körper und schrumpfte in diesem rasch zu einer Singularität. Nach dem Rauchen wankte
ich wie von selber und nur durch Inutition gesteuert hinein, fiel sofort ins Bett und schlief ein.

Abschliessend füge ich noch die Gedankenflashes an, die ich mir während der Reise notiert hatte:
-> bewusste Gedankenstille, Abschalten, Meditation, Dissoziation vom Gedankenkarussell des Alltags
-> jetzt bin ich immer weniger
-> eine Spirale aus Ich rotiert von mir weg
-> als ob ich das Leben meiner Eltern in den 70er Jahren führen würde!
-> ratternde Geräusche
-> das Gegenteil von Existenz, die Existenz wird von der anderen Seite gesehen
-> es hat so etwas weisses, maschinelles, entferntes an sich, es ist grundsätzlich angenehm opiatähnlich, hat aber auch etwas..ich will nicht sagen garstiges an sich, aber schon so ähnlich
-> ich höre gerade nicht-Musik in meinem Kopf, dissoziierte Musik, Audiohalluzinationen, obwohl keine Musik läuft, weisse, inverse Musik
-> die Existenz von der anderen Seite gesehen
-> ich kann nicht in Worte fassen was ich bin, ich bin...[lange Sprechpause]...ein grünliches Nichts
-> ein grünliches Nichts-Gewummer
-> es ist ein wenig so wie bei Salvia, aber anders
-> 2-oxo-PCE ist der rotierende Wahnsinn
-> Metamorphosen, ich war ein Zaun auf einem Festival
-> vollkommen eigene Realität erschaffen
-> du hast nur noch Maschinenbewusstsein
Ausgesetzt in der Salviawelt, bei mir habe ich nur meine Bong und ein Feuerzeug. Entitäten werden mich begleiten. Ich zeige Ihnen, wie man hier überlebt!
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Psychelution
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Registriert: 28. Jan 2021, 15:10

Re: Eine Spirale aus Nichts - Trip mit 30mg 2-oxo-PCE

Beitrag von Psychelution » 5. Sep 2021, 14:11

Vielen Dank für den Bericht :good:
Ich habe bisher nur eine Erfahrung im lowlevel Bereich damit und ich fand das schon ziemlich krass :D aber 30mg sind echt ne Hausnummer! Ich finde es interessant, dass anscheinend alle Dissoziativa einen Hang dazu haben Metamorphosen zu bewirken, zumindest kenne ich das vom 2fdck und Salvia auch. Vermutlich wird durch die Dissoziation das Bewusstsein vom Körper vollständig entkoppelt und da die Bewusstsein-/Materie-Polarität aufrecht gehalten werden muss, geht das Bewusstsein eben mit einer anderen Materie als dem eigenen Menschen-Körper eine Bewusstsein-/Materie-Symbiose ein.
Das Geheimnis des Lebens ist kein Problem, das gelöst werden kann, sondern eine Realität, die erfahren werden muss.

Alan Watts
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