Ethnobotanische(s) Cafe/Kneipe

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Dr.Perovskia
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Ethnobotanische(s) Cafe/Kneipe

Beitrag von Dr.Perovskia » 11. Jul 2019, 13:27

Das sind jetzt rein theoretische Überlegungen, ich habe nicht wirklich vor so etwas zu eröffnen - zumal ich auch keine Ahnung habe wie mensch eine Kneipe ode ein Cafe führt.

Der Grundgedanke wäre, eine Kneipe zu eröffnen in der neben dem üblichen Alkohol und Essen auch diverse (legale & berauschende) Pflanzen angeboten werden. Es gibt sowas schon in den USA, wo sogenannte Kava-Bars recht gut laufen: https://kalmwithkava.com/kava-bars/ Ich würde natürlich viel mehr anbieten wollen als nur Kava Kava und Kratom, sondern wirklich die ganze Palette.
Die Kunden könnten sich ihre Lieblingspflanzen schön mit einem Kaffee oder Kakao zusammenbestellen und konsumieren. Natürlich wrüde es auch einen Raucherbereich geben in dem man D. nobile oder Sibirisches Herzgespann rauchen kann. Danach gibt es ein kühles Bierchen. Wenn die Müdigkeit einsetzt kann natürlich Rosenwurz oder Colanuß serviert werden. :beer:

Die alles entscheidende Frage wäre nun: ist das legal? Berauschende Mittel zu verkaufen fällt in D. ja schnell unter das Arzneimittelgesetz, weshalb diese ja oft unter anderen Verwendungszwecken verkauft werden. Klar könnte man Pflanzen und Getränke z.B. strikt getrennt servieren, so das der Kunde selbst diese zusammen bringen muss. Aber ob das wirklich ausreichen würde um nicht unter das Arzneimittelgesetz zu fallen? Hat das vielleicht sogar schonmal jemand in D. probiert?
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chronic
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Re: Ethnobotanische(s) Cafe/Kneipe

Beitrag von chronic » 11. Jul 2019, 23:10

Erst einmal ist der gleichzeitige Ausschank von Alkohol zu pflanzlichen Zubereitungen nicht Grade die beste Kombination. Da sind Unfälle vorprogrammiert.

Dann sollte man sich genau überlegen welche Sachen pharmakologisch zueinander passen.

Selbst wenn das alles stimmt würde man solch einem Etablissement keine Erlaubnis erteilen weil bei allen für die Genehmigungen Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen würden. Selbst wenn man diese Hürde genommen hat kämen sicher von Amts wegen schikanöse Auflagen und unangemeldete Kontrollen. Ähnliches habe ich bei jemanden erlebt der nicht unter das BtmG fallende Psychoaktiva verkauft hat und sich akribisch an geltende Gesetze gehalten hat. Froh ist er wegen dem Amtsterror nicht geworden. Für so etwas ist unsere Gesellschaft noch kein bisschen reif.
Ge'ez ጫት

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Dr.Perovskia
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Re: Ethnobotanische(s) Cafe/Kneipe

Beitrag von Dr.Perovskia » 12. Jul 2019, 08:45

chronic hat geschrieben:
11. Jul 2019, 23:10
Erst einmal ist der gleichzeitige Ausschank von Alkohol zu pflanzlichen Zubereitungen nicht Grade die beste Kombination. Da sind Unfälle vorprogrammiert.
Klar, die Problematik ist mir bewusst. Sehe halt nur nicht wie so ein Laden auch nur einen Monat überleben sollte, ganz ohne Alkohol auszuschenken. Die marktwirtschaftliche Komponente ist dabei nicht zu unterschätzen. Dafür gibt es im Grunde nur 2 Lösungen: 1. es wird Alkohol nur einzeln ausgeschenkt, nie mit Pflanzen zusammen oder an leute die schon Pflanzen konsumiert haben - schwer zu kontrollieren und dürfte häufig zu Frust bei den Konsumenten führen.
2. An der Theke sitzt eine extrem erfahrene Person die genau einschätzen kann welche Kombinationen möglich sind und welche nicht und danach handelt - auch erfahrene Leute machen Fehler.

Sicher wäre das ein Kampf mit den Behörden, ohne Frage. Allerdings wurde erst kürzlich versucht in Berlin-Kreuzberg ein Cafe zu eröffnen, dass sogar Cannabis verkauft. Das wurde lange diskutiert, als Variante den illegalen Drogenhandel in den Griff zu kriegen. Wurde dann zwar nicht genehmigt, aber hauptsächlich wegen der Illegalität von Cannabis. Man müsste den Laden also als Aufklärungsprojekt verkaufen, das verbotene Substanzen zurückdrängt. Das Problem ist zusätzlich, dass für fast keine unserer Pflanzen ausreichend klinische Studien vorliegen, die eine gewisse Unbedenklichkeit bescheinigen - darauf würden die Behörden immer rumreiten.
Andererseits werden im internet ja massig Pflanzen verkauft und sogar Alkohol mit Colanuss und ähnlichem ist erhältlich.
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Herr von Böde
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Re: Ethnobotanische(s) Cafe/Kneipe

Beitrag von Herr von Böde » 13. Jul 2019, 21:27

Ich denke auch da bewegt man sich auf Glatteis.

Eine privater Club wäre viel ehr denkbar.
Schon der ganze bürokratische Kempel mit dem Lebensmittelrecht fällt hier weg, wenn du private Gäste bewirtest die Dir private Spenden hinterlassen.

Da behälst Dui auch den Überblich über den "Bekanntenkreis" und weisst immer schon wer da ist.

Manche Dinge muss man dem Zugriff der Öffentlichkeit und damit des Staates soweit wie möglich entziehen.

Private Clubs sind eine Möglichkeit. Allerdings müsste man sich da sehr sehr gut informieren.
Hier übernimmt der Staat viel weniger die Verantwortung sondern in erster Linie Du als Privatperson.
Gehe würde das sicher.
"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
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Dr.Perovskia
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Re: Ethnobotanische(s) Cafe/Kneipe

Beitrag von Dr.Perovskia » 18. Jul 2019, 10:05

Ja, ein privater Club wäre sicher eine legale Möglichkeit. Wenn man das aber etwas größer möchte, mit eigenen Räumen und nicht nur bei sich zu hause, wird es schwer das zu finanzieren. Es sei denn man will die "privaten Gäste" hart zur Kasse beten. Der Gedanke bei einer öffentlichen Kneipe wäre ja auch die ganze normale Laufkundschaft, die nur mal ein Bier trinken will. In einem Satz: ich sehe nicht wie sich das als privater Club finanziell rentieren sollte.
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